Tipps & Tricks

"Do it yourself": Mit dieser Anleitung kannst du deine Campingdusche selbst bauen

Hast du keinen Boiler im Camper oder möchtest du einen zusätzlichen Wassertank haben? Dann bist du hier genau richtig: Wir bauen eine DIY-Solardusche, die gleichzeitig als Wasserspeicher dient. Das Material dafür kriegst du in jedem Baumarkt und auch Werkzeug brauchst du nicht viel.

Einzig zu beachten ist, wie hoch die zulässige Dachlast deines Wohnmobils oder Campervans ist und wie viel Gewicht du bereits auf dem Dach transportierst. Die gefüllte Solardusche wiegt inklusive Material rund 20 Kilogramm.

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Material-Einkauf für DIY-Solardusche für den Campervan

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Genug der theoretischen Vorbereitung, lass uns das Material für die DIY-Aussendusche kaufen:

  • E-HD Rohr in Stangen Ø 110 / Länge individuell je nach Fahrzeug (darf nicht überstehen)
  • 2x Kappe für PE Rohr PE100 Ø 110
  • 45 Grad Winkel PE Rohr PE100 Ø 110 einseitig mit innenliegender Dichtung
  • 1x Muffe PE100 Ø 110 beidseitig mit innenliegender Dichtung
  • Absperrhahn nach Wahl
  • Teflon-Band zum Abdichten
  • PVC-U Plus Kleber
  • Messing Gewindenippel - Dimension je nach Absperrhahn
  • Messing Reduzierverlängerung - Dimension je nach Absperrhahn
  • Rohrschellen
  • Gartenschlauch

Am besten kaufst du alle Bestandteile in schwarz. Bei einem PE Rohr ist das kein Problem, denn dieses ist schon von Haus aus Schwarz. So entfällt das mühsame Lackieren, wie wir es leider machen mussten. Solltest auch du keine schwarzen PE Rohre finden, ist unser Tipp, die Rohre vor dem Schwarz lackieren anzuschleifen. Nur so hält der Lack langfristig.

Bauanleitung DIY Campingdusche

Nun aber an die Arbeit. Als erstes musst du dir überlegen, wo auf dem Dach du das Rohr befestigen möchtest. Dieser Umstand entscheidet auch über die Länge des Rohres, welches du dir im Baumarkt oft sogar zuschneiden lassen kannst. Beachte: Das Rohr muss Gefälle zum Ablasshahn haben, der in der Regel am Heck des Fahrzeuges platziert wird.

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Als nächstes geht es an die erste Verschlussklappe. Wir beginn hier mit der, an der später auch der Absperrhahn montiert wird. Du musst in die Klappe ein Loch bohren, am einfachsten geht das mit einem Rundbohrer. Achtung: Das Loch sollte so nah wie möglich am Rand der Verschlusskappe sein, damit auch das ganze Wasser ausfliessen kann – allerdings auch nur so weit, dass der Hahn samt Rand noch platziert werden können. Die Größe des Lochs selbst hängt von der Messing Reduzierverlängerung ab, welche du danach reinschrauben wirst. Nicht vergessen: Alle Gewinde mit Teflon umwickeln, damit die Verbindung danach auch dicht ist.

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Also noch einmal der Reihe nach: Loch in Verschlusskappe bohren, Reduzierverlängerung als Durchführung der Verschlusskappe, Muffe als Verbindungsstück und Absperrhahn. Beim Hahn darfst du dich ausleben, da gibt es ebenso einfache wie verspielte, ebenso teure wie günstige Exemplare. Wir haben uns für einen gusseisernen Hahn mit Absperrhebel entschieden. Da der Hahn schwer ist, haben wir ihn zusätzlich mit dem Dachträger verbunden. Sollte er sich aus irgendeinem Grund lösen, fällt er nicht auf die Strasse. Sicherheit ist uns da wichtig.

Jetzt sind wir schon ein ganzes Stück weiter. Als nächstes "bauen" wir das andere Ende: das PE-Rohr leicht anschleifen, die PE-Muffe und danach den Winkel zusammenstecken. Ganz einfach, oder? Zugegeben, es braucht ein bisschen Kraft, aber danach ist die ganze Sache (durch die in der Muffe integrierte Dichtung) auch dicht.

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Was jetzt noch fehlt, ist die zweite Verschlusskappe. In diese musst du zwingend ein paar kleine Löcher bohren (oder dreh Schrauben rein und wieder raus), damit Luft angesogen werden kann, denn sonst kommt vorne kaum Wasser raus, weil ein Vakuum im Rohr entsteht. Das ist auch der Ort, wo du dein Rohr mit frischem Wasser befüllst. Heute, nach einiger Nutzung unserer Duschlösung, würden wir da eher eine Schraubkappe montieren, da diese viel leichter zu entfernen ist als die originale Rohrkappe.

Befestigung der DIY-Aussendusche auf dem Campervan-Dach

Somit sind wir schon fast am Schluss. Nun muss die Dusche nur noch aufs Dach montiert und dort gut befestigt werden, denn niemand will seine Dusche auf der Autobahn verlieren. Wir haben das PE-Rohr mit flexiblen Rohrschellen an den Dachträger befestigt und dabei auch ein Gefälle zum Absperrhahn erzeugt.

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Was es nun noch braucht ist Sonne, schließlich soll das Wasser im Rohr ja ganz natürlich aufgewärmt werden. Unserer Erfahrung ist es schon ein paar Stunden bei 25 bis 30° C möglich, angenehm zu duschen. Ein bisschen Geduld ist also gefragt. Zudem sollte das Wasser nur abgekocht zum Kochen oder Trinken genutzt werden, da sich in dem lauwarmen Wasser Bakterien gut vermehren können. Zum Duschen oder Dinge abspritzen ist das allerdings kein Problem.

Doch das Rohr auf dem Dach ist für uns mittlerweile nicht nur eine Dusche, sondern auch zusätzlicher Wasserspeicher, denn ganz ehrlich: 25 Liter im Innern unseres Camper Vans ist uns dann doch ein bisschen wenig Wasser.

Artikel von Lui und Steffi. Die beiden betreiben den Reiseblog comewithus2 – und nehmen dich dort mit auf ihre Reisen.

Titelfoto: © comewithus2

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