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Bambus Campinggeschirr – Die nachhaltige Alternative

Wenn man die üblichen Teller aus Steingut in der Hand hält, kommen Zweifel auf: Ist das normale Haushaltsgeschirr auch als Campinggeschirr geeignet? Das gesamte Essgeschirr ist nicht wirklich auf die Anforderungen eines rollenden Zuhauses ausgelegt. Sie gehen viel zu schnell kaputt, sind obendrein noch schwer und nehmen viel Platz weg. Natürlich gibt es Mittel und Wege, das eigene Geschirr mit in den Urlaub zu nehmen, wie etwa Spezialeinbauten zum sicheren Verstauen.

Einfacher und schneller geht es sicherlich, wenn man sich auf die Suche nach Alternativen macht, die sich als Campinggeschirr viel besser eignen. Dazu zählen etwa Emaille, Plastik oder auch eine nachhaltige Alternative: das Bambus Campinggeschirr. Wir verraten dir, was daran so großartig ist und worauf du beim Kauf achten solltest.

Bambus – nachwachsender Rohstoff

Wer Bambus nur als Futter für die niedlichen Pandabären kennt, sollte jetzt aufmerksam lesen, denn Bambus ist ein richtiger Tausendsassa: Durch das schnelle Wachstum können etwa alle drei bis fünf Jahre Bambusrohre geerntet und weiterverarbeitet werden. Da die Mutterpflanze jedes Jahr neue Stämme hervorbringt, erleidet der Bestand an sich keinen Schaden durch das Fällen der Stämme.

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Der Bambus selbst ist fest und dabei leicht sowie elastisch. Trotz hohem Wuchs ist er kaum spröde und obendrein auch noch anspruchslos beim Anbau. Die Pflanze wird vor allem im asiatischen Raum angebaut und bringt hier gute Erträge. Pro Tag kann kann der Riesenbambus bei optimalen Bedingungen auch mal 70 Zentimeter wachsen.

Die Vorteile von Bambus Campinggeschirr

Zurück zu den Vorteilen: Das Campinggeschirr ist überaus leicht, widersteht jedem Kratzversuch mit Besteck, sieht gut aus und fühlt sich hochwertiger an als so manches Plastikgeschirr. Zudem gilt es als geruchs- und geschmacksneutral – gerade bei Essen eine nicht ganz unwichtige Eigenschaft.

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Mit Bambus kann es zudem richtig abwechslungsreich werden, denn das Geschirr präsentiert sich in vielen verschiedenen Farben, Formen und auch Größen. Bei dieser Auswahl findet fast jeder das perfekte Geschirr für das eigene Gefährt.

Die Nachteile von Bambus Campinggeschirr

Leider darf man nicht zu euphorisch werden, denn zumeist besteht das Campinggeschirr nicht nur aus Bambus, sondern für eine bessere Haltbarkeit werden noch zusätzlich Kunststoffe beigemischt. Das schmälert die Faktoren Umweltverträglichkeit und ökologische Abbaubarkeit leider erheblich. Die detaillierte Zusammensetzung ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich, daher lohnt es sich immer, die Produkteinzelheiten genau zu lesen und notfalls beim Hersteller nachzufragen.

Gefahr durch Melamin?

So mache sind an dieser Stelle besorgt über das gesundheitliche Risiko von Bambus Campinggeschirr. Dieses Gesundheitsrisiko beruht auf dem Bestandteil Melamin, das bei einer Erhitzung von über 70 Grad giftige Bestandteile abgeben kann. Dazu zählen Formaldehyd und Melamin. Diese stehen im Verdacht, Krebs auszulösen.

Bei dem richtigen Umgang mit dem Geschirr besteht aber keine Gefahr. Da dieses Risiko nur bei Hitze ab 70 Grad besteht, schmälert das etwas die Nützlichkeit von Bambus Campinggeschirr, denn darunter fällt etwa das leidige Thema Abwasch und die schnelle Zubereitung in der Mikrowelle. Sowohl Spülmaschine als auch Mikrowelle sind absolut tabu für Bambusgeschirr mit Melamin-Anteil, da hier das Risiko besteht, dass sich die oben erwähnten Stoffe lösen. Daher sollte Bambus auch nichts als Kochgeschirr genutzt werden.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, achtet beim Kauf darauf, dass das Bambusgeschirr frei von Melamin ist. Aber aufgepasst, manche Anbieter schreiben nur Harz auf ihr Produkt. Das kann auch Melaminharz bedeuten. Daher immer nachfragen, wenn etwas ungenau deklariert ist.

Nachhaltige Alternativen zur Alternative

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Es ist absolut verständlich, wenn man bei der großen Auswahl die Finger vom Bambus lassen möchte. Wer trotzdem den grünen Hauch bei seinem Campinggeschirr möchte, kann einen Blick auf Geschirr aus Palmblättern oder Reishülsen werfen. Beides sind Geschirrarten, die aufgrund der weitreichenden Einschränkung von Einweg-Plastikgeschirr in der EU auf dem Vormarsch sind. Hier lohnt sich sicherlich ein Blick, um zu schauen, ob diese Stoffe als Campinggeschirr die persönlichen Ansprüche erfüllen können.

Artikel von Kia Korsten

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