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Camping in Russland – Die Checkliste für deine Einreise

Für meine Roadtrips begeistern mich die eher „unentdeckten“ Reise-Länder. Und so führen alle meine Touren entweder in nord- oder südöstliche Richtung. Schon drei Mal fuhr ich durch Russland, um dort immer wieder festzustellen, wie faszinierend ich das deutlich Andere finde und wie genau diese Faszination mich auf Reisen antreibt. Ich kann nicht mehr sagen, wie viele Schlagbäume ich insgesamt abwarten musste, um am Ende ins oder aus dem Land gelassen zu werden. Das „Niemandsland“ zwischen irgendeinem Land auf der einen und Russland auf der anderen Seite ist mit vielen Schranken, Posten und Glaskabinen gesäumt und immer trübe, knorrig, bitter, grau, gelangweilt und vor allem barsch und streng. Deswegen habe ich für dich eine Checkliste zusammengestellt, mit der deine Einreise zum Camping nach Russland so reibungslos wie möglich verläuft. Denn wenn man pro Übertritt mit mehreren Stunden rechnet und sich auf die etwas grimmige Atmosphäre einstellt, ist es im Prinzip leicht, die Grenze unkompliziert zu überqueren. Und hinter dem Grenzgebiet wartet ein unfassbar weitläufiges und wunderschönes Land auf dich, das mit dem Camper ideal erkundet werden kann.

Campingplätze in Russland

Checkliste – Diese Dokumente brauchst du für die Einreise

  • Reisepass: min. zwei leere Seiten sowie Gültigkeit von mindestens 6 Monaten über den Ausreisezeitpunkt hinaus
  • Visum: Dieses kann nicht an der Grenze beantragt werden, sondern muss bei Einreise vorliegen, d.h. bereits im Reisepass kleben
  • Grüne Karte: Für das Kfz muss die grüne Karte für Russland vorgezeigt oder eine Zusatzversicherung gekauft werden (gibt es in oder nach den Grenzanlagen in kleinen Hütten)
  • Wenn das Fahrzeug nicht vom Halter gefahren wird, z.B. ein Mietauto, wird eine sehr gute russische Übersetzung der Dokumente empfohlen (am unkompliziertesten ist, wenn der Halter des Wagens am Steuer sitzt)
  • Bei der Einreisekontrolle wird eine sog. Migrationskarte ausgestellt, die vom Reisenden zu unterzeichnen, im Pass mitzuführen und bei der Ausreise wieder abzugeben ist

Das Auswärtige Amt gibt auf seiner Webseite folgenden Hinweis:

„Reisenden wird empfohlen, den Reisepass samt Visum, Migrationskarte und dem abtrennbaren Teil des Anmeldeformulars zu fotokopieren und sicher aufzubewahren. Dadurch kann - insbesondere bei Verlust der Originaldokumente - nachgewiesen werden, dass die Regeln der Anmeldung befolgt worden sind.“

Visum für die Einreise nach Russland beantragen

Das Visum, das du für die Einreise benötigst, kannst du auf mehreren Wegen beantragen. Ebenfalls kannst du für einen Aufpreis die Bearbeitungszeit beschleunigen, solltest du dich spontan zum Camping nach Russland aufmachen wollen. So kommst du an das Dokument:

  • Du kannst es in den größeren deutschen Städten direkt bei den russischen Botschaften beantragen
  • Du kannst es online bei verschiedenen Agenturen beantragen. Da man zum Einkleben des Visum seinen Reisepass aus der Hand geben muss, sollte man sich an eine vertrauenswürdige, akkreditierte Agentur wenden.

Das Visum gilt für maximal 30 Tage, wobei der Einreisetag selbst bestimmt werden kann. Optional kann eine 1- oder 2-malige Einreise bestellt werden. Das macht beispielsweise Sinn, wenn man wie ich entlang der Ostsee fährt und zuerst die Oblast Kaliningrad durchquert und dann St. Petersburg besuchen möchte. Der Preis berechnet sich nach gewünschter Schnelligkeit der Bearbeitung (es gibt Stufen von 15 Werktagen bis 3 Stunden-Express) und Einreisehäufigkeit.

Visum beantragen – Diese Unterlagen benötigst du


  • Auslandskrankenversicherung (es gibt eine Liste mit den gültigen deutschen Versicherungen)
  • Gültiger Reisepass (muss abgegeben werden, um das Visum eingeklebt zu bekommen)
  • Passfoto (biometrisch und nicht älter als 2 Jahre)
  • Rückkehrwilligkeit (eine Bescheinigung, dass man in Deutschland einer festen Arbeit nachgeht oder sonstige Geldquellen bezieht bzw. einen Grund hat, ins Heimatland zurückzukehren. Gegen eine kleine Extragbebühr kann eine beauftragte Agentur die Haftung für den Antragsteller übernehmen)


Text und Bilder von Susanne Flachmann

Über die Autorin: Susanne Flachmann reist seit Jahren genießend allein mit ihrem kleinen Kasten „Franz“ über die abgelegenen Straßen Europas. Ihr Herz schlägt dabei besonders für alle Länder süd-östlich von München - bis nach Tadschikistan. Auf ihrem Blog cool-camping-wohnmobil.de und in ihrem gleichnamigen Buch berichtet sie über ihre Abenteuer.

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