Camping für Einsteiger

Vollintegrierte Wohnmobile: Komfortables Camping mit Panoramablick

Gleich vier unterschiedliche Reisemobilvarianten sind derzeit auf dem Markt erhältlich. Der klassische Kastenwagen, das Alkoven-Wohnmobil, das teilintegrierte und das vollintegrierte Wohnmobil stehen bei den Herstellern zur Auswahl. Fällt die Wahl nicht gerade auf einen Luxusliner, dürfte das vollintegrierte Wohnmobil die komfortabelste Form einer Campingreise sein.

Bei den Vollintegrierten wird der gesamte Aufbau vom Wohnmobilhersteller gestaltet und montiert, während bei den teilintegrierten Modellen das Fahrerhaus vom Fahrzeughersteller erhalten bleibt. Vollintegrierte Reisemobile gibt es bei fast allen Herstellern: Knaus, Hymer, Carado, Sunlight, Etrusco, Forster, Eriba und Dethleffs wollen die Käufer im höheren Preissegment überzeugen.

Boomender Wohnmobilmarkt mit hoher Nachfrage

Camping ist in! Insbesondere das Reisen mit einem Wohnwagen oder Wohnmobil erfreut sich gerade einer großen Beliebtheit. Der Markt boomt deshalb und die Hersteller kommen hinter den Nachfragen kaum hinterher. Beim Kauf haben die Camper mittlerweile die Qual der Wahl. Mit dem wachsenden Interesse an den Fahrzeugen tauchen auch immer wiederkehrende Fragen auf. Allein schon bei den unterschiedlichen Varianten muss der Überblick bewahrt werden. Der Kastenwagen, das Alkoven-Wohnmobil oder das teilintegrierte und das vollintegrierte Wohnmobil bilden die Grundlage bei der Kaufentscheidung. Wir haben die Vor- und Nachteile eines Vollintegrierten zusammengetragen.

Lies hier unseren Ratgeber über Alkoven-Wohnmobile.

Was ist ein vollintegriertes Wohnmobil?

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Malibu I 441 LE

Bei einem Vollintegrierten werden vom Fahrzeughersteller wie Fiat, Mercedes oder VW die fahrfertigen Triebköpfe (Fahrgestelle ohne Fahrerhaus) an den Wohnmobilhersteller geliefert. Je nach Aufbau muss dann eine Rahmenbauart gewählt werden: Leiterrahmen, Flachbodenrahmen oder Tiefrahmen stehen zur Wahl.

Die Herausforderung für Knaus, Hymer, Carado & Co besteht nun darin, eine komplette, isolierte Fahrzeugfront zu entwickeln. Genau darin liegt die eigentliche Kunst, denn beim teilintegrierten Reisemobil geht sehr viel Wärme über das Fahrerhaus verloren. Das Vollintegrierte hingegen steht für die Luxus-Variante und soll perfektes Wärmemanagement gewährleisten.

Die Vorteile eines vollintegrierten Wohnmobils

Wie die Grundrisse auf Anhieb erkennen lassen, entsteht durch diese Konstruktionsweise ein sehr angenehmes und geräumiges Wohngefühl bei den Campern. Der gesamte Innenraum ist wie aus einem Guss. Den Wohnmobilherstellern ist es gerade in der jüngsten Vergangenheit gelungen das Innere immer weiter zu optimieren. Die Ausstattung fällt deshalb im Vergleich zu anderen Aufbauvarianten sehr luxuriös aus.

Nicht selten können Camper dank der großen Frontscheiben ein herrliches Panorama bei der Fahrt oder mit dem richtigen Standplatz auch auf dem Campingplatz genießen. Den Käufern bleibt bei der Gestaltung des Innenraums die knifflige Frage der Positionierung der Betten selbst überlassen. Ein Hubbett, das sich tagsüber an der Decke verstecken lässt, schafft mehr Freiraum. Allerdings ist das Hubbett dann eine eher schlechte Wahl, wenn sowohl die Schlafgelegenheit als auch die Sitzgruppe genutzt werden soll. Nicht wenige Camper entscheiden sich für das Kingsizebett im Heck. Gemütlich können dort die Nächte mit ausreichend Platz zur Entfaltung genossen werden. Alternativ fällt die Wahl auf zwei Einzelbetten, optional mit Mittelbett für den Nachwuchs.

Als weitere Vorteile sind die angenehme Höhe und die ausgezeichnete Isolierung aufzuführen. Diese kann bei Bedarf noch um Thermoschutzmatten und Rollos erweitert werden. Eine großzügige Küche und ein geräumiges Bad sind bei vollintegrierten Reisemobilen fast selbstverständlich.

Die Nachteile eines vollintegriertem Wohmobils

Durch die vielfältige Innenraumgestaltung steigt auch das Gesamtgewicht des Fahrzeugs. Nicht selten werden die 3,5 Tonnen überschritten, wodurch eine neue Führerscheinklasse notwendig wird. Die gestiegene Gesamtmasse sollte deshalb mit mehr Leistung einher gehen, damit die Fahrt nicht zu einer Herausforderung wird.

Ein weiterer Nachteil kann der hohe Wartungsaufwand bei Reparaturen sein. Durch den Aufbau ist der Zugang zum Motor in der Regel deutlich schwerer. Zwar achten Hersteller wie Fiat, Mercedes und VW darauf, dass wartungsintensive Teile gut erreichbar sind, aber dies kann leider nicht immer gewährleistet werden. Höhere Folgenkosten müssten deshalb beim Kauf mit einkalkuliert werden.

Das komfortable Reisevergnügen geht leider auch mit einem hohen Anschaffungspreis einher. Luxus hat eben seinen Preis. Marken wie Carado, Sunlight oder auch Etrusco wollen mit ihren jüngsten Modellen den Kaufpreis ansprechender gestalten. Deshalb können sich Käufer bereits über Einstiegspreise ab 55.000 Euro freuen.

Mieten zum Ausprobieren

Wer sich vor dem Kauf eines Wohnmobils noch unsicher ist, könnte zunächst eine Anmietung in Betracht ziehen. Die meisten Wohnmobilvermietungen haben alle Varianten zur Auswahl. Hinsichtlich des Fahrgefühls, der Steuerung und des Wohlbefindens lassen sich auf diese Weise erste Erfahrungen sammeln, die einen Kauf eventuell erleichtern.

Artikel von Riko Wetendorf

Titelbild: ©Malibu I 441 LE

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