Camping für Einsteiger

Am Anfang war die (Camper)frage: Wie finde ich das passende Reiseziel?

Es gibt geradezu unendlich viele potentielle Reiseziele, vor allem wenn du die Freiheit hast, mit einem Wohnmobil durch die Weltgeschichte zu fahren. Das ist toll, in Wirklichkeit macht es die Planung aber nicht gerade einfacher. Die riesige Auswahl kann auch leicht überfordernd wirken und dann sind da diese ganzen Details und Kleinigkeiten, die beachtet werden wollen: Kommst du gut hin? Wie weit weg willst du fahren? Darf der Hund mit? Hast du überhaupt die richtige Ausstattung?

An erster Stelle steht aber eine Frage die nur du selbst beantworten kannst:

Worauf habe ich eigentlich Lust?

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Willst du in den Süden zum Camping an das Meer fahren? An einen See? In die Berge? Willst du innerhalb von Deutschland verreisen, irgendwo in Europa oder sogar noch weiter weg?

In diesem ersten Schritt musst du dich noch nicht um Details kümmern. Hier geht es vor allem erst einmal darum, eine Ahnung davon zu bekommen, wo du ungefähr hinmöchtest. Lass deinen Gedanken freien Lauf, schnapp dir einen Atlas oder rufe Google Maps auf und schau, was dich spontan anspricht.

Gerade Google Maps ist ein äußerst nützliches Tool im ersten Schritt der Reiseplanung. Du kannst dir von vielen Orten Fotos ansehen und bekommst einen ersten Eindruck davon, was dich dort erwartet. Außerdem findest du dort auch Sehenswürdigkeiten, Restaurants und andere interessante Orte, die du sonst vielleicht übersehen hättest.

Eine weitere gute Möglichkeit ist, einfach mal im Freundes- und Bekanntenkreis zu fragen. Dadurch hörst du vielleicht von Orten und Ländern, die du bisher noch gar nicht auf dem Schirm hattest. Außerdem bekommst du so auch oft Geheimtipps und Insider-Informationen, an die man sonst nicht so leicht gelangt.

Natürlich bekommst du auch bei PiNCAMP einige Inspirationen, wenn du noch nicht genau weißt, wo es eigentlich hingehen soll. Schau dir einfach mal die folgenden Artikel an:

Wo finde ich die besten Campingplätze?

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Die nächste Frage ist, wo du die richtigen Campingplätze findest. Dabei können im Handel erhältliche Nachschlagewerke und Campingplatzführer helfen. Dank Internet ist heute aber vieles einfacher als früher.

In unserer umfangreichen Datenbank findest du beispielsweise für so gut wie alle europäischen Länder geeignete Campingplätze. Außerdem kannst du dort auch gezielt nach speziellen Anforderungen filtern und bekommst direkt die passenden Plätze angezeigt:

Generell gilt: In Europa findest du in jedem Land schöne Campingplätze, vor allem in beliebten Ferienregionen. Allerdings gibt es länderspezifische Unterschiede hinsichtlich der Ausstattung. An der Mittelmeerküste, etwa in Spanien oder Italien, überwiegen moderne Ferienanlagen mit großem Freizeitangebot, Poollandschaften und Animationsprogramm. In Osteuropa oder in den skandinavischen Ländern findest du hingegen eher einfachere und naturnahe Plätze ohne Dauerbespaßung. Hier kommt es vor allem auf die persönlichen Vorlieben an.

Wie weit ist das Reiseziel entfernt?

Auch die Entfernung des Reiseziels spielt eine wichtige Rolle. Schließlich willst du nicht die meiste Zeit auf der Straße verbringen, sondern deinen Urlaub genießen. Gerade mit dem Wohnmobil oder in einem Gespann bist du längst nicht so schnell unterwegs, wie mit einem PKW: Plane ungefähr 500 Kilometer pro Tag ein, unter der Voraussetzung, dass die Strecke frei ist.

Ist das Reiseziel mehrere Tausend Kilometer entfernt, solltest du dir auch über die Zwischenstopps Gedanken machen. Du kannst die Reise zum Beispiel so planen, dass du lieber kürzere Tagesetappen zurücklegst aber auf dem Weg noch einige schöne Ziele mitnimmst. Außerdem solltest du darauf achten, dass es unterwegs geeignete Übernachtungsplätze gibt, beispielsweise Wohnmobilstellplätze oder Campingplätze in der Nähe der Autobahn.

Erreichbarkeit des Ziels

Abgesehen von der Entfernung stellt sich natürlich auch noch die Frage, wie gut dein Traumziel überhaupt mit dem Reisemobil erreichbar ist. Befindet sich der Ort beispielsweise auf einer Insel, musst du dich zusätzlich auch noch um die Überfahrt mit dem Schiff oder der Fähre kümmern.

Manche Regionen, beispielsweise die wunderschöne Amalfiküste in Italien oder abgelegene Gebiete in den Bergen, sind zudem aufgrund der geografischen Gegebenheiten nicht oder fast nicht mit Wohnmobilen oder Wohnwagen erreichbar. Informiere dich vorher also schon ausreichend, wie gut die Anbindung ist und lege dir gegebenenfalls einen alternativen Plan zurecht, etwa die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Wie sind die Straßenverhältnisse im Reiseland?

Wenn klar ist, dass du dein Reiseziel mit einem Fahrzeug erreichen kannst, solltest du dir auch einige Gedanken über die Straßenverhältnisse machen. In vielen Ländern sind die Straßen nämlich längst nicht so komfortabel und so gut ausgebaut wie in Deutschland. Mit einem PKW kann man das meist noch verkraften, im voll beladenen Wohnwagen-Gespann sieht das aber schon ein bisschen anders aus.

Informiere dich auch schon vorher, wie breit die Straßen sind und ob der Campingplatz auf einer Anhöhe liegt. Gerade in kleinen Ortschaften mit engen oder steilen Straßen kann man mit einem Reisemobil nicht so einfach manövrieren und das solltest du bei der Reiseplanung berücksichtigen.

Je schwieriger die Straßenverhältnisse sind, desto mehr Zeit für die Anfahrt musst du auch einplanen. Klingt eigentlich logisch, aber viele Navigationssysteme und elektronische Routenplaner berücksichtigen diesen Faktor nicht. Rechne also damit, dass du unter Umständen länger für die Fahrt brauchst, als dir dein Navi anzeigt.

Was ist mit Mautgebühren?

Ein leidiges Thema, das du aber nicht ignorieren solltest: Bis du bereit Mautgebühren zu zahlen, um ans Ziel zu kommen? In vielen Ländern, vor allem in Südeuropa, fällt eine Gebühr an, wenn du auf den Autobahnen fährst. Dazu zählen beispielsweise Italien, Spanien, Frankreich aber auch Österreich oder die Schweiz.

Wenn dein Reiseziel in einem Land liegt, in dem Maut fällig wird, musst du dir unter Umständen vor der Fahrt eine Vignette besorgen. Die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land. Eine Übersicht für die europäischen Länder findest du bei uns Ein nützliches Tool ist zudem der Routenplaner des ADAC. Hier kannst du Start- und Zielort eingeben und bekommst direkt angezeigt, wie hoch die Mautgebühren ausfallen werden.

Natürlich ist es auch in mautpflichtigen Ländern möglich, die Maut zu umgehen, beispielsweise indem du nur auf Landstraßen fährst. In diesem Fall solltest du dir aber Gedanken darüber machen, ob du dein Reiseziel auch ohne die Nutzung von Autobahnen bequem erreichen kannst.

Vielleicht hast du aber auch einfach Glück und dein Reiseziel liegt in einem Land, in dem es bis auf wenige Ausnahmen (einzelne Städte, Tunnel, Brücken) keine Mautgebühren gibt. Dazu zählen unter anderem Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Großbritannien, Lettland, Litauen, Malta, Niederlande, Schweden oder Zypern.

Gibt es Umweltzonen?

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Und noch etwas, an das man im ersten Moment nicht unbedingt denkt: Liegt das Reiseziel in einer Umweltzone? Genau wie Deutschland gibt es inzwischen in vielen anderen europäischen Ländern strengere Regeln bezüglich der Schadstoffbelastung.

Diese Regeln betreffen meist Großstädte, so etwa in Frankreich, wo mehrere Städte für Dieselfahrzeuge gesperrt sind. Eine europaweit einheitliche Regelung zu den Umweltzonen gibt es bislang noch nicht. Weitere Infos findest du in dem Artikel Diesel-Fahrverbote für Wohnmobile: Das musst du wissen.

Generell gilt: Mit einem Wohnmobil bist du zunächst einmal von dem Diesel-Fahrverbot betroffen, da fast alle Wohnmobile mit Dieselmotoren betrieben werden. Da die Verbote aber meist nur Großstädte betreffen, stellt das – je nach Lage deines Reiseziels – nicht unbedingt ein Problem dar. Alternativ kannst du dein Fahrzeug auch direkt vor der betreffenden Umweltzone parken und für einen Besuch der Stadt die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

Haustiere bei der Reiseplanung berücksichtigen

Viele Camper nehmen gerne den Hund oder andere Haustiere mit in den Urlaub. Wenn das bei dir ebenfalls zutrifft, solltest du dich informieren, ob das an dem geplanten Urlaubsort möglich ist. Viele Campingplätze erlauben Haustiere, teilweise gibt es sogar Campingplätze, die sich gezielt an Hundebesitzer richten und entsprechende Zusatzleistungen bieten.

Andere Plätze haben strengere Regeln oder verbieten das Mitbringen von Haustieren komplett. Bei der Reiseplanung solltest du das auf jeden Fall berücksichtigen und dich vorher informieren, wie die Regeln aussehen. Wenn du ans Meer fahren willst, kannst du beispielsweise auch schauen, ob es spezielle Hundestrände gibt, an denen der vierbeinige Begleiter ins Wasser darf.

Zu den besonders hundefreundlichen Reiseländern in Europa zählen Deutschland, Frankreich, Tschechien, Österreich oder die Schweiz

Und wenn du noch eine gute Übersicht über hundefreundliche Campingplätze sucht, wirst du bei PiNCAMP fündig.

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Noch ein Tipp: In ganz Europa und der Schweiz ist die Kennzeichnung des Haustiers mit einem Mikrochip Pflicht. Außerdem benötigst du einen EU-Heimtierausweis und das Tier muss gegen Tollwut geimpft sein.

Welche Ausstattung für meinen Camper brauche ich?

Von deinem Reiseziel hängt es auch, welche Ausstattung du für deinen Camper (und dich selbst) benötigst. Das gilt beispielsweise für kalte Regionen oder wenn du planst, im Winter zu verreisen. Hier musst du gegebenenfalls zusätzliche Ausrüstung (z.B. warme Kleidung) und Equipment wie Winterreifen oder Schneeketten für dein Fahrzeug einplanen.

Fazit: Gute Planung ist die halbe Miete

Wenn du bis hierhin gelesen hast, denkst du dir jetzt vielleicht: "Wow, das sind aber viele Sachen, auf die man achten muss. Urlaub soll doch Spaß machen.“ Das stimmt natürlich – aber die Planung im Vorfeld lohnt sich. Und je besser du planst, desto mehr Spaß wirst du am Ende haben.

Am wichtigsten ist am Ende natürlich immer die Frage, worauf du Lust hast und welches Reiseziel dich wirklich reizt. Wenn du das geklärt hast, kannst du dich an die eigentliche Planung machen und dich um die Details kümmern. Mit dem Gedanken an den tollen Urlaub im Hinterkopf ist das dann meist auch viel weniger Arbeit als man denkt.

Artikel von Selim Baykara

Titelfoto: © Name des Autors – stock.adobe.com

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