Camping für Einsteiger

Kosten, Preise, Gebühren: Was kosten Wohnmobile?

Den Traum vom eigenen Wohnmobil möchten sich immer mehr Menschen erfüllen. Die hohe Nachfrage in den vergangenen Jahren konnten die Hersteller kaum bewältigen. Dennoch stellen sich im Vorfeld eines Kaufs zwei zentrale Fragen: Was kostet ein Wohnmobil beim Neukauf oder als gebrauchtes Fahrzeug? Wie hoch sind die laufenden Kosten bei einem Reisemobil? Wir wollen die wesentlichsten finanziellen Aufwendungen in diesem Artikel zusammentragen, darunter auch den Preis für die Versicherung.

Anschaffungskosten für ein Wohnmobil

Der Besuch bei einem Wohnmobilhändler hat schon bei manchem potenziellen Käufer leichte Vorfreude ausgelöst, weil sich die Basispreise für ein Wohnmobil im durchaus angenehmen Bereich bewegen. Viele zusätzliche Kosten, die mit dem Kauf eines Wohnmobils einhergehen, sind hier jedoch noch nicht inbegriffen. Allein schon beim Kauf müssen folgende Kosten neben dem Kaufpreis hinzugerechnet werden:

  • Gebühr für die Überstellung des neuen Wohnmobils zum Händler, die bis zu 1.000 Euro extra betragen kann
  • Zulassung des Wohnmobils
  • Zubehör und Sonderausstattung
  • Grundausstattung des Wohnmobils mit Geschirr, Töpfen, Besteck und vielem mehr

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Was kostet ein neues Wohnmobil?

Bei vielen Herstellern gibt es Einstiegsmodelle, die sehr kompakt und mit einer geringen Motorisierung versehen sind. Diese Basisfahrzeuge sind bei den Händlern schon ab 30.000 Euro erhältlich. Der Preis für Wohnmobile ist jedoch nach oben hin offen, da immer größere und luxuriösere Ausführungen geschaffen werden.

Beim Wohnmobilkauf muss zunächst entschieden werden, welche Variante in Betracht gezogen wird. Auf dem Markt gibt es Alkoven, teilintegrierte und vollintegrierte Modelle, die alle ihre Vor- und Nachteile haben und zudem in den Kosten variieren.

Dann liegt es vor allem an deinem Verhandlungsgeschick, möglichst viel Zusatzausstattung sowie die Überstellung zu einem günstigen Preis vom Händler zu bekommen. Wichtig wäre in diesem Zusammenhang eine hohe Fahrleistung in Form einer starken Motorisierung, damit Reisen auf den Autobahnen oder in den Bergen nicht zu einer Herausforderung werden. Die Anzahl der Schlafplätze, die installierten Geräte, die Heizung und die Ausstattung der Nasszelle können weitere Kosten mit sich bringen. Dabei kommen oftmals weitere tausende Euro zusammen, die aus einem Basisfahrzeug für 30.000 Euro ein Womo für 40.000 oder 50.000 Euro machen können.

Kosten für das Wohnmobil-Zubehör und Erstausstattung

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Klassiker beim Zubehör, die weitere Kosten mit sich bringen, sind Markisen, Fahrrad- und Dachträger, Solaranlagen, Gaswarner und zusätzliche Steckdosen im Innenraum, deren Anzahl bei vielen Basisfahrzeugen überraschend gering ausfällt. Die Erstausstattung kann den Anschaffungspreis weiter in die Höhe schnellen lassen. Neben der Küchenausstattung kann folgendes in Betracht gezogen werden:

  • Auffahrkeile für sicheres Parken und Halten
  • Wasserkanister und passende Schläuche
  • Kabeltrommel und Adapter für den Stromanschluss auf dem Campingplatz oder andere elektronische Geräte
  • Outdoor-Möbel in Form von Stühlen und Tischen
  • Grill und weitere Annehmlichkeiten

Was kostet ein gebrauchtes Wohnmobil?

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Ähnlich wie bei beim PKW gibt es viele Faktoren, die eine Rolle beim Kaufpreis eines gebrauchten Wohnmobils spielen. Das Alter und vor allem die gefahrenen Kilometer sind für den Wertverlust verantwortlich. Gut gepflegte Modelle mit einer umfangreichen Ausstattung können selbst im fortgeschrittenen Alter noch 20.000 Euro wert sein. Selbstverständlich findet sich aber auch das ein oder andere Schnäppchen ab 5.000 Euro. Hier muss aber mit zusätzlichen Kosten für Modernisierung und Ersatzteile gerechnet werden. Bei einem Wohnmobilkauf dieser Art sollte unbedingt ein Experte zu Rate gezogen werden, der den wahren Wert besser einschätzen kann. Nicht wenige Verkäufer lassen auch gerne den nostalgischen oder emotionalen Wert ihres Wohnmobils in den Verkaufswert einfließen.

Die Fixkosten bei einem Wohnmobil

Ist das Reisemobil erst einmal gekauft, müssen jährliche finanzielle Aufwendungen einkalkuliert werden:

  • Versicherung des Fahrzeugs
  • Kfz-Steuer für das Wohnmobil
  • TÜV
  • Wartung und Reparaturen
  • Reifen für Winter und Sommer
  • Kosten für Parkplatz oder Garage

Bei der Wohnmobilversicherung werden sich die meisten Camper bei der Anschaffung eines Neufahrzeugs für Vollkasko entscheiden, da diese Versicherung vollumfänglich für Vandalismus und Diebstahl aufkommt. Generell lohnt es sich bei Versicherungen, Anbieter zu vergleichen. Die Höhe der Ausgaben richtet sich nach der Höhe der Kilometer und der Selbstbeteiligung, die im Schadensfall selbst aufgebracht werden muss. Eine konkrete Aussage zu den finanziellen Belastungen durch die Wohnmobilversicherung lässt sich auf Grund der Vielzahl der Angebote nicht treffen. Ein Online-Rechner kann beim Vergleichen durchaus hilfreich sein.

Zu den Fixkosten beim Reisemobil muss auch die Kfz-Steuer gerechnet werden. Diese berechnet sich auf der Basis der Fahrzeugart, dem zulässigen Gesamtgewicht sowie der Abgasnorm. Die neusten Modelle mit 3,5 Tonnen und einer modernen Abgasanlage schlagen mit rund 250 Euro an Steuern zu Buche.

Keinesfalls außer Acht gelassen werden sollten die Ausgaben für den TÜV und die Gasprüfung, die in regelmäßigen Abständen fällig sind. Insbesondere die Gasprüfung wird von vielen Campern ignoriert, dabei gehört die Gasanlage zu den größten Kostenpunkten bei dem Fahrzeug.

Die Wartungen und Reparaturen sind natürlich stark vom Alter abhängig. Beim Wohnmobilkauf kann beim Händler eine Garantiezeit vereinbart werden, die sich durch den Service vor Ort regelmäßig verlängert. Dadurch können die Ausgaben mittelfristig gesenkt werden.

Ist man nicht im Besitz einer Garage oder eines Stellplatzes auf dem eigenen Grundstück, muss nach einem geeigneten Parkplatz Ausschau gehalten werden. Beim Abstellen auf der Straße kann eine deutlich höhere Wohnmobilversicherung anfallen, weil die Gefahren durch Einbrüche deutlich höher sind. In vielen Städten gibt es Überwinterungsplätze und Garagen, die gegen eine Stellplatzmiete in Anspruch genommen werden können.

Fortlaufende Kosten für ein Wohnmobil

Neben den Fixkosten, die gut kalkuliert werden können, kommen auch fortlaufende Ausgaben für das Fahrzeug auf dich zu. Im Rahmen einer Urlaubsreise musst du mit den Spritkosten und den finanziellen Aufwendungen für einen Standplatz auf dem Campingplatz rechnen. Sowohl die Ausgaben für Benzin als auch die Standplatzmieten können je nach Land oder gar Region erheblich variieren. Beides lässt sich im Vorfeld berechnen, wenn der Campingplatz vorab über PiNCAMP gebucht wird und beim Benzin ein Onlinerechner bemüht wird. Bei Urlaubsreisen können mit Maut und Vignetten, Fähren sowie dem Verbrauch von Gas weitere Ausgaben anfallen. Nicht unerheblich sind die Einkäufe für den täglichen Bedarf auf Reisen, denn selber Kochen kann den Geldbeutel schonen.

Wohnwagen-Kauf oder Miete als Alternative zum Wohnmobil

Vor der Anschaffung sollten alle Kosten genau kalkuliert werden. Für nur eine Reise im Jahr sind die Fixkosten einfach zu hoch. Nur wer das Wohnmobil regelmäßig nutzt, macht die Anschaffungskosten rentabel. Eine Alternative wäre der Kauf eines Wohnwagens. Diese sind in der Regel günstiger und verursachen geringere Ausgaben pro Jahr.

Ebenfalls empfehlenswert ist ein gemietetes Wohnmobil. Hier entfallen die Fixkosten wie Wohnmobilversicherung und Kfz-Steuer total, lediglich Benzinpreis und die Standplatzmiete müssen aufgebracht werden. Der Mietpreis unterscheidet sich je nach Vermieter und Größe des Fahrzeugs.

Fazit: Die Anschaffung eines Wohnmobils muss gut überlegt sein, weil zahlreiche Kosten anfallen, die du eventuell im Vorfeld nicht auf dem Schirm hattest. Vor allem ist wichtig, dass du auch viel auf Reisen bist, damit der Kauf sich wirklich lohnt.

Artikel von Riko Wetendorf

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Vielleicht ist der Kauf eines Wohnmobils zum jetzigen Zeitpunk noch nicht das Richtige für dich. Dann erfahrene in unserem Guide, was du beim Mieten eines Wohnmobils beachten musst.

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