Camping für Einsteiger

Gasprüfung bei Wohnwagen und Wohnmobil: Das musst du alles wissen

Die Gasprüfung für ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen besitzt einen ebenso hohen Stellenwert wie die Hauptuntersuchung (HU). Ohne eine entsprechende Plakette kann das Fahrzeug stillgelegt und aus dem Verkehr gezogen werden. Die vergleichbar geringen Kosten und der Aufwand lohnen sich auf jeden Fall, um einen sorglosen Campingurlaub zu verbringen.

Gasprüfung beim Wohnmobil gesetzlich vorgeschrieben

Die Prüfbescheinigung Technische Regeln „Flüssiggasanlagen in Fahrzeugen“ nach dem Arbeitsblatt G 607 des DVGW ist für die Nutzung von Wohnwagen und Wohnmobil gesetzlich im Paragraf 29 der StVZO und der Anlage VIII der StVZO festgehalten. Diese Prüfung muss alle zwei Jahre erfolgen und ist auch eine Grundlage für die Hauptuntersuchung (HU). Ohne eine aktuelle Gasprüfung kannst du als Fahrzeughalter auch keine TÜV-Plakette erhalten. Allerdings sollten nicht nur die Vorschriften Ansporn für dich sein, denn auch deine eigene Sicherheit und die deiner Familie solltest du im Hinterkopf behalten. Austretendes Gas ist einer der größten Gefahrenherde bei einem Wohnmobil, schließlich kann es innerhalb von wenigen Minuten zu Erstickungen und schon bei geringen Funkenbildungen zu Explosionen kommen. Auf den meisten Campingplätzen und Stellplätzen ist eine aktuelle Plakette obligatorisch, um dort ein Wohnmobil abstellen zu dürfen. Bei einer fehlenden Gasprüfung könnte im schlimmsten Fall sogar die Versicherung die Schadensersatzleistungen für dich sowie andere Betroffene verweigern.

Sonderfall Wohnwagen: HU auch ohne Gasprüfung

Einen Sonderfall stellt dabei der Wohnwagen dar: Auch ohne eine aktuelle Gasprüfung kannst du bei der Hauptuntersuchung (HU) die Betriebsgenehmigung erhalten. Solltest du dich jedoch für den Betrieb der Gasanlage entscheiden, die auch im Wohnwagen auf unterschiedliche Art und Weise zum Einsatz kommt, muss zwingend eine Gasprüfung vorliegen. Diese muss ebenso wie bei Wohnmobilen alle zwei Jahre erneuert werden, um die Sicherheit und den Versicherungsschutz gewährleisten.

Wo und von wem kann die Gasprüfung vorgenommen werden?

Ähnlich wie beim Auto gibt es eine Vielzahl von Anbietern, die eine entsprechende Gasuntersuchung vornehmen dürfen. Zertifizierte Händler, Fachwerkstätten in deiner Nähe und klassische Prüfgesellschaften können nach bestandener Prüfung eine neue Plakette ausstellen. Voraussetzung für die Prüfer ist eine Schulung von Seiten des Deutschen Verbands Flüssiggas. Bist du längere Zeit auf einem Campingplatz, kannst du sogar den mobilen Service einiger Werkstätten oder Prüfgesellschaften in Anspruch nehmen. Gerade Dauercamper nutzen diese Option natürlich besonders gern.

Die Kosten der Gasprüfung bei Wohnwagen und Wohnmobil

Je nach Umfang und Service können die Kosten für eine Gasprüfung bei Wohnwagen und Wohnmobil natürlich variieren. Preisbewusste Camper holen sich unterschiedliche Angebote ein und vergleichen diese. Hierzulande musst du mit Preisen zwischen 30 und 60 Euro für die Untersuchung rechnen. Bei einem mobilen Service können zusätzliche Anfahrtskosten anfallen. In diesem Fall könnte es sich für dich lohnen, dich einer Sammeluntersuchung anzuschließen. Diese werden oftmals von Campingplätzen angeboten und reduzieren die Kosten für den Einzelnen.

Wie erfolgt eine Gasprüfung?

Für eine erfolgreiche Gasprüfung musst du gleich mehrere Voraussetzungen erfüllen: Zur Abnahme muss die Gasflasche angeschlossen und gefüllt sein. Des Weiteren ist es wichtig, dass alle Geräte funktionieren, die von der Gasanlage betrieben werden. Der Druckminderer und der Anschlussschlauch dürfen keinesfalls älter als zehn Jahre sein. In den europäischen Normen EN 1949 und EN 12864/13786 ist festgehalten, dass beide Bestandteile vollkommen unabhängig vom aktuellen Zustand ausgetauscht werden müssen. Nicht zu vergessen ist das Vorliegen des gelben Prüfbescheinigungshefts, um die Prüfung schriftlich festhalten zu können. Für die erfolgreiche Gasprüfung gibt es einen festgelegten Plan. Dieser sieht unter anderem vor:

  • Die Halterungen der Gasflaschen werden überprüft, schließlich kann eine nicht fixierte Gasflasche zu einer Gefahrenquelle werden
  • Im Gaskasten müssen die Lüftungsöffnungen frei sein und einen Abzug garantieren. Zudem dürfen keine elektrischen Einrichtungen im Gaskasten vorhanden sein. Schon die kleinste Funkenbildung kann bei Gas verheerende Folgen haben.
  • Eine Dichtungsprüfung der gesamte Gasanlage wird vorgenommen, um ein Ausströmen des Gases zu verhindern. Damit einher geht die Überprüfung der Sicherheitsventile.
  • Die Funktionalität der Gasanlage muss gewährleistet sein.
  • Das Alter von Druckminderer und dem Anschlussschlauch unter zehn Jahren muss nachgewiesen sein.
  • Die Funktionalität aller Geräte, die mit der Gasanlage im Zusammenhang stehen, wird vom Prüfer gecheckt.
  • Den Abschluss bildet die Prüfung der Abgasrohre

Um wirklich sorglos in den Urlaub fahren zu können, ist die Gasprüfung ein notwendiges Übel. Dafür solltest du dir unbedingt die Zeit nehmen und die notwendigen Kosten aufbringen, um keine unangenehmen Überraschungen zu erleben.

Text von Riko Wetendorf

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