Camping für Einsteiger

Gasprüfung bei Wohnwagen und Wohnmobil 2020: Gasprüfung für die HU nicht entscheidend

Mit dem Jahr 2020 haben sich die gesetzlichen Vorgaben bezüglich der Gasprüfung bei Wohnwagen und Wohnmobilen entscheidend verändert. Bis zum Ende des vergangenen Jahres war eine fehlende Gasprüfung bei einem Caravan im Rahmen der HU ein geringer Mangel und bei Reisemobilen sogar ausschlaggebend für eine nicht bestandene HU-Untersuchung. Ab dem 1. Januar 2020 bis mindestens zum 01. Januar 2023 ist diese Regelung aufgehoben. Als Grund wird dabei angeführt, dass die bislang verwendeten Messgeräte nicht den Richtlinien für die Qualitätsüberwachung der HU gerecht werden. Die zweijährliche Gasprüfung „G 607“ ab sofort außer Acht zu lassen, wäre dennoch eine schlechte Entscheidung.

Bislang besaß die zweijährliche Gasprüfung insbesondere bei Wohnmobilen einen hohen Stellenwert. Sie war ein wichtiger Bestandteil der Hauptuntersuchung HU und Voraussetzung dafür, diese erfolgreich zu bestehen. Diese gesetzlichen Vorgaben haben sich mit dem Start des Jahres 2020 grundlegend geändert.

Gasprüfung für die HU nicht entscheidend

Die verwendeten Messgeräte bei der Gasprüfung entsprechen nicht den Qualitätsvorgaben, die im Rahmen der HU vorgeschrieben sind. Als Konsequenz daraus wird zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 1. Januar 2023 die gesetzliche Vorgabe zur Erteilung der HU mit entsprechender Gasprüfung ausgesetzt. Aktuell ist die Gasprüfung für das Bestehen der HU bei Reisemobilen somit nicht mehr entscheidend und bei Wohnwagen wird auch nicht mehr ein geringer Mangel vermerkt. Die gesetzlichen Vorgaben betreffen auch den Einsatz von sogenannten „Gasdetektoren“. Sie dürfen im gleichen Zeitraum nicht mehr bei der Gassystem-Einbauprüfung und der Gasanlagenprüfung verwendet werden. Sie sollen durch Lecksuch-Sprays ersetzt werden.

Gasprüfung von großer Bedeutung

Besitzer von Caravans oder Wohnmobilen sollten in diesem Zusammenhang keinesfalls auf die Gasprüfung verzichten. Diese ist schließlich ein Nachweis über den ordnungsgemäßen Zustand und die Sicherheit der Flüssiggasanlage – dass die Gasprüfung nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben ist, ändert nichts an der Gefahr, die eine defekte Flüssiggasanlage darstellt.. Ist der Nachweis in einem Schadensfall nicht vorhanden, kann dies außerdem erhebliche privatrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. In der Regel ist es so, dass Versicherungen sich weigern, bei einem Unfall angefallene Kosten für Schäden zu übernehmen. Campingplätze haben bei einer fehlenden Gasprüfung das Recht, einen Standplatz zu verweigern. Angesichts der möglichen Gefahren ist dies nachvollziehbar und kann zu unliebsamen Überraschend im geliebten Campingurlaub führen.

Die Kosten der Gasprüfung bei Wohnwagen und Wohnmobil

Je nach Umfang und Service können die Kosten für eine Gasprüfung bei Wohnwagen und Wohnmobil natürlich variieren. Preisbewusste Camper holen sich unterschiedliche Angebote ein und vergleichen diese. Hierzulande musst du mit Preisen zwischen 30 und 60 Euro für die Untersuchung rechnen. Bei einem mobilen Service können zusätzliche Anfahrtskosten anfallen. In diesem Fall könnte es sich für dich lohnen, dich einer Sammeluntersuchung anzuschließen. Diese werden oftmals von Campingplätzen angeboten und reduzieren die Kosten für den Einzelnen.

Wie erfolgt eine Gasprüfung?

Für eine erfolgreiche Gasprüfung musst du gleich mehrere Voraussetzungen erfüllen: Zur Abnahme muss die Gasflasche angeschlossen und gefüllt sein. Des Weiteren ist es wichtig, dass alle Geräte funktionieren, die von der Gasanlage betrieben werden. Der Druckminderer und der Anschlussschlauch dürfen keinesfalls älter als zehn Jahre sein. In den europäischen Normen EN 1949 und EN 12864/13786 ist festgehalten, dass beide Bestandteile vollkommen unabhängig vom aktuellen Zustand ausgetauscht werden müssen. Nicht zu vergessen ist das Vorliegen des gelben Prüfbescheinigungshefts, um die Prüfung schriftlich festhalten zu können. Für die erfolgreiche Gasprüfung gibt es einen festgelegten Plan. Dieser sieht unter anderem vor:

  • Die Halterungen der Gasflaschen werden überprüft, schließlich kann eine nicht fixierte Gasflasche zu einer Gefahrenquelle werden
  • Im Gaskasten müssen die Lüftungsöffnungen frei sein und einen Abzug garantieren. Zudem dürfen keine elektrischen Einrichtungen im Gaskasten vorhanden sein. Schon die kleinste Funkenbildung kann bei Gas verheerende Folgen haben.
  • Eine Dichtungsprüfung der gesamte Gasanlage wird vorgenommen, um ein Ausströmen des Gases zu verhindern. Damit einher geht die Überprüfung der Sicherheitsventile.
  • Die Funktionalität der Gasanlage muss gewährleistet sein.
  • Das Alter von Druckminderer und dem Anschlussschlauch unter zehn Jahren muss nachgewiesen sein.
  • Die Funktionalität aller Geräte, die mit der Gasanlage im Zusammenhang stehen, wird vom Prüfer gecheckt.
  • Den Abschluss bildet die Prüfung der Abgasrohre

Um wirklich sorglos in den Urlaub fahren zu können, ist die Gasprüfung ein aktiver Beitrag zur eigenen Sicherheit. Dafür solltest du dir unbedingt die Zeit nehmen und die notwendigen Kosten aufbringen, um keine unangenehmen Überraschungen zu erleben.

Text von Riko Wetendorf

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