Camping für Einsteiger

Bordtechnik im Campingfahrzeug – Strom, Gas, Wasser

Zwei Energiesysteme sind in Campingfahrzeugen üblich: Strom und Gas. Für Beleuchtung, Radio, Fernseher, Wasserpumpe und Küchengeräte brauchst du Elektrizität. Für den Kühlschrank nicht unbedingt – der läuft auch mit Gas. Die Autobatterie (oder eine Zusatzbatterie) liefert 12 Volt Schwachstrom. Ihre Leistung ist darüber hinaus auch begrenzt, denn Batterien sind schnell leer. Deshalb haben eigentlich alle Campingfahrzeuge einen zweiten Stromkreis für 230 Volt. Dafür gibt es auf den Camping­plätzen Steckdosen. Fast alle Campingplätze in Europa verwenden die CEE-Steckdose. Ein Adapter ermöglicht den Anschluss, dein Kabel darf allerdings nicht länger als 25 m sein. Nicht alle europäischen Länder haben die gleiche Stromspannung. Im Süden findest du zuweilen noch 110 bis 130 Volt – und Steckdosen, in die der deutsche Stecker nicht passt.

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Kochen und heizen mit Campinggas

Das zweite gebräuchliche Energiesystem im Campingfahrzeug funktioniert mit Gas. Damit wird gekocht, geheizt und – zumindest zeitweise – der Kühlschrank betrieben. Campinggas ist ungiftig, aber nicht ungefährlich. Daher sind die Vorschriften streng. In den meisten Fahrzeugen ist das Gasversorgungssystem fest eingebaut. Mit den Wagenpapieren bekommst du eine Abnahme- und Prüfbescheinigung über den einwandfreien Zustand der Anlage. Die Prüfbescheinigung brauchst du auch, wenn du etwa eine Leihgasflasche auf einem Campingplatz mieten willst.

Austausch der Gasflaschen im Campingurlaub

Als Reservoir dienen – je nach Größe des Fahrzeugs – eine oder zwei Gasflaschen mit 5 oder 11 kg. Sind sie leer, tauscht man sie gegen volle Flaschen ein. Das geht auf fast allen deutschen Campingplätzen – im Ausland ist das seltener der Fall. Dort kannst du dir landesübliche Gasflaschen ausleihen. Um sie anzuschließen, benötigst du für ältere Fahrzeuge (Bj. vor 2007) meist Adapter, die du möglichst schon zuvor im Campingfachhandel gekauft haben solltest. Für Campingfahrzeuge, die schon der neuen Heizungsrichtlinie ab ca. 2007 entsprechen und die mit einer Schlauchbruchsicherung ausgestattet sind, werden zum Anschluss an die verschiedenen Gasflaschen entsprechende Hochdruckschläuche benötigt.

Gasverbrauch beim Camping

Eine 11-kg-Flasche reicht bei vier Personen drei Wochen lang fürs Kochen. Wenn du mit Gas kochst, musst du immer für ausreichend Frischluft sorgen, denn die Flamme verbraucht den Sauerstoff im Raum. Öffne die Dachluke und stelle sicher, dass die Lüftungsschlitze deines Campingfahrzeugs nicht verschlossen sind. Willst du das Gas auch zum Heizen und für den Betrieb des Kühlschranks nutzen, so kann es nach zwei oder drei Tagen leer sein. Die Flaschen sind mit einer Mischung aus Butan- und Propangas gefüllt. Sinkt die Temperatur unter Null, bleibt das Butan flüssig und ist unbrauchbar. Propan verhält sich anders. Im Winter ist also ein möglichst hoher Propananteil empfehlenswert.

Gas sparen beim Camping im Winter

Um im Winter, wenn viel geheizt wird, Gas zu sparen, gibt es heute immer mehr Campingfahrzeuge mit einer Kraftstoffheizung. Sie sind durchaus Gasheizungen gleichzusetzen, die neueren arbeiten leise und umweltfreundlich. Und sie haben den großen Vorteil, dass die Energie dem Treibstoff aus dem Tank entnommen wird, in der Regel Diesel. So muss die Gasflasche nicht so oft gefüllt werden. Dafür wiederum musst du natürlich daran denken, regelmäßig zu tanken. undefined

Frischwasser und Abwasser im Campingfahrzeug

Moderne Campingfahrzeuge verfügen heute über fest eingebaute Frischwasser- und Abwassertanks. Gibt es eine Toilette, hat sie einen eigenen Tank. Höherwertige Fahrzeuge haben die Tanks frost­sicher untergebracht, z.B. im beheizten Zwischenboden. Das ist besonders sinnvoll, wenn du im Winter campen möchtest. Nur kleinere Wohnwagen sind auch heute noch mit Kanistern ­ausgestattet und besitzen keinen Abwassertank. Hier muss das Grauwasser mit einem Behälter aufgefangen und fachgerecht entsorgt werden. Es im Freien wegzuschütten ist verboten. Bevor du in deinen Campingurlaub startest, solltest du auch das Wassersystem inspizieren, Tanks, Kanister und Leitungen reinigen und auf Dichtigkeit überprüfen. Kontrolliere auch die Pumpe und tausche verbrauchte Batterien aus. Denn ohne Pumpe sitzt du auf dem Trockenen.

Campingtoilette – Eher eine Alternative

Wenn du in deinem Wagen eine Campingtoilette hast, ist das zwar praktisch, allerdings kann sie die sanitären Anlagen eines gepflegten Campingplatzes nicht ersetzen. Sie ist eher eine Ausweichmöglichkeit, wenn man gerade unterwegs ist oder bei schlechtem Wetter nicht aus dem Wagen möchte. Au­ßerdem weiß man sie zu schätzen, wenn die sanitären Einrichtungen eines Campingplatzes zu wünschen übrig lassen. Wichtig ist, dass du nach Möglichkeit keine Sanitärflüssigkeiten verwendest. Und wenn es sich nicht vermeiden lässt, dann sollte es zumindest ein kläranlagenverträglicher Zusatz mit dem Siegel Blauer Engel sein.

Leeren des Toilettentanks

Irgendwann führt leider kein Weg mehr daran vorbei und du musst deine eigene Campingtoilette nutzen. Das ist vor allem ärgerlich, da das Leeren des Tanks keine übermäßig erfreuliche Tätigkeit ist. Du solltest den Inhalt des Toilettentanks nie in freier Natur oder in Straßengullis entsorgen, da das verboten und vor allem auch umweltfeindlich ist. Stattdessen entsorgst du das Abwasser in Toiletten oder in speziell dafür vorgesehenen und an Abwassernetze angeschlossenen Entsorgungsstationen auf Campingplätzen.

Du willst ab auf die Straße? Lies dir vorher wichtige Gesetze für Wohnwagen und Wohnmobil durch.

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