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30 Jahre Pössl: Wohnmobile für alle Bedürfnisse

Als der Visionär Peter Pössl Ende der 1980er Jahre sein erstes Reisemobil auf Kastenwagenbasis entwarf, konnte er sich wohl kaum vorstellen, dass er damit den Grundstein für einen der heute größten Aufbauhersteller für Wohnmobile legte. 2019, 30 Jahre später, hat Pössl über 11.000 Reisemobile unter den Namen Pössl, Globecar, Clever, Campster und Roadcar europaweit verkauft – und ist Marktführer im Segment der Camper-Vans. Wir nehmen dich mit auf eine Reise durch die Geschichte des Herstellers.

Die Anfänge des Unternehmens Pössl

Aber wie hat diese abenteuerliche Reise begonnen? 1989 ermöglichte Peter Pössl mit zwei Reisemobilen auf Transitbasis den Menschen völlig neue Urlaubsmöglichkeiten. Die Modelle Ford Transit Fan und Ford Transit Family – beide mit eigenem Hochdach – hatten eingebaute Nasszellen, Küchenblock mit Kocher und Kühlschrank, Sitzgruppen und Schlafplätze. Sie stellten somit einen neuen Komfort für das Urlaubsdomizil auf Rädern dar. Zwar fiel die Stückzahlen mit gerade einmal 20 Stück bei beiden Modellen noch bescheiden aus, aber der Grundstein für einen massenkompatiblen Kastenwagen war gelegt.

Die Höhepunkte der 90er Jahre

Auch in den 90er Jahren blieb der Kastenwagen als Wohnmobil noch ein Nischenprodukt, überzeugte aber immer mehr Camping-Urlauber. Als Highlight brachte Peter Pössl 1991 den Ford-Transit PICK-UP/Alkoven auf den Markt. Die Modelle hießen Sputnik, Gemini, Apollo 1, Apollo 2 und Calypso – und waren für damalige Zeit mit ihrer Ausstattung absolut innovativ. Auf Basis des Ford Transit hatte der Kunde bei der Ausstattung die Wahl zwischen Pappelplatten oder lackiertem Massivholz-Kiefer. Neben Frischwassertank, Abwassertank und weiteren Extras wie einer Küche mit großer Arbeitsfläche gab es sogar ein Klapp-Waschbecken.

Doch Peter Pössl war noch lange nicht am Ende. 1995 nahm er sich vor, das Innenleben eines kleinen Wohnwagens in einen Serien-Kastenwagen zu verbauen. Als Basis verwendete er den Peugeot Boxer und den Fiat Ducato – und arbeitete nun bereits mit drei etablierten Autoherstellern zusammen. Das so entstandene Modell "4family" hatte sogar ein Kinderzimmer im Heck und eröffnete, mit bis zu sechs zugelassenen Sitzplätzen, Familien völlig neue Urlaubsmöglichkeiten. Erhältlich waren die Modelle Duo 2000, DUO-VAN, Duett und der Pössl-Family.

Der Visionär ließ seine Modelle beim slowenischen Hersteller Adria bauen. Nur so war es möglich, den ausgebauten Peugeot Boxer auf dem deutschen Markt zum selben Preis wie den bloßen Transporter anzubieten. Ein wahrer Coup – und ein verlockendes Angebot, das viele Camper nicht abschlagen konnten. Bis zum Jahre 2000 verkaufte Pössl 360 Fahrzeuge auf dem deutschen und österreichischen Markt.

Die 2000er: Komfort für Pärchen und frischer Wind

Nach mehr als zehn erfolgreichen Jahren zog sich Peter Pössl aus dem Unternehmen zurück und verkaufte die Firma an die Glück-Gruppe, die sie in seinem Sinne weiterführte. Auch die 2000er-Jahre wurden vom Pössel’schen Innovationstrieb geprägt.

2002 wurde der Klassiker 2Win entwickelt. Der komfortable Reisebegleiter mit großem Bett und viel Stauraum für Pärchen wurde zum Verkaufsschlager. Ab 2004 wurde die Produktion von Slowenien ins Allgäu verlegt, was mit der Entwicklung und Einführung der Marke Globecar und zahlreichen weiteren Modellen einherging. 2005 bot Pössl den Ausbau von bereits vier Fahrzeugmarken an: Citroën, Fiat, Ford und Renault.

Im Laufe der Jahre überzeugten sich immer mehr Camper von den All-In-Konzepten der Kastenwagen, was sich in steigenden Verkaufszahlen niederschlug. Ständig wurde daran gearbeitet, bestehende Modelle zu verbessern und neue zu entwickeln. 2007 kam die "H-Line"-Serie mit GFK-Hochdach auf den Markt, nur ein Jahr später wurde der Pössl-Style mit unverwechselbarem Außen- und Innendesign gelauncht. Die Sondermodelle Twenty und Nero waren Pössls Art und Weise, 20 Jahre Firmengeschichte zu feiern – und wurden von den Kunden dankbar angenommen.

2010er Jahre: Neue Modelle und Marken

Qualität, Innovation und günstige Preise haben dazu geführt, dass Pössl seine Marktposition immer weiter ausbauen konnte. Das Pössl Globecar-Programm mit seiner D- und H-Linie umfasste so viele Modelle, dass jeder Camper den richtigen Begleiter findet. Weitere Sondermodelle wie der Pössl-Summit mit einzigartigem Raumkonzept, der Roadcar oder der Sportive kamen in den 2010er Jahren auf den Markt. Die Marke Clever vertrieb seit 2012 in Ungarn ausgebaute Vans. 2017 erfolgte die Gründung der Produktionsgesellschaft H-Line Produktion GmbH in Vielbrunn im Odenwald.

Mit seinen Verkaufszahlen von 11.000 Reisemobilen unter den Namen Pössl, Globecar, Clever, Campster und Roadcar ist die Pössl Group Marktführer im Segment der Camper-Vans. Ein seit 30 Jahren ungebrochener Erfolg, den sich Peter Pössl sicher nicht erträumt hatte, als er Ende der 80er Jahre sein erstes, alltagstaugliches Reisemobil auf Kastenwagenbasis entwarf.

Artikel von Claudia Ballhause

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