Routen & Touren

Einmal um den Genfer See: Klares Wasser und hohe Berge

Die Schweiz kann nicht nur mit einer fantastischen Bergwelt, sondern auch mit einer Vielzahl von malerischen Seen auftrumpfen. Die Tour entlang des größten Sees des Landes bietet landschaftliche und kulturelle Erlebnisse gleichermaßen. Rund um den See flaniert man auf gepflegten Uferpromenaden, wandert in den Bergen oder schlendert durch mondäne Städte wie Montreux, Lausanne oder Genf. Gute Campingplätze verteilen sich rund um den Genfer See und stellen ein gutes Basislager für einen erholsamen sowie aktiven Urlaub dar. Hier kann man getrost das Campingfahrzeug stehen lassen und etwa reizvolle Schiffsausflüge unternehmen.

Campingplätze am Genfer See

72 Meter lang, 371 Meter tief

Ausgangspunkt für die Tour entlang des Genfer Sees ist das westliche Ufer mit der Metropole Genf. Nach der Anreise über die Autobahn A1 kann man auf dem Campingplatz erst einmal verschnaufen und sich mit den vielen Attraktionen auf der Schweizer Uferseite des Sees vertraut machen. Mit rund 582 Quadratkilometern ist der Genfer See (frz. Lac Léman) der größte der immerhin 600 Seen des Landes. Große Teile des südlichen Ufers gehören zu Frankreich, das flächentechnisch fast über die Hälfte des Sees verfügt.

Die Länge des sichelförmigen Gewässers beträgt rund 72 Kilometer. Der See erstreckt sich auf einer Höhe von 310 Metern und misst an der tiefsten Stelle beachtliche 371 Meter. Im Winter friert er nicht zu. Im Sommer erwärmen sich die Wassermassen selten auf Badetemperatur. Rund um den See wird Französisch gesprochen.

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Die Route führt zwischen Genf und Villeneuve über die Landstraße, die teilweise an der Küste verläuft. Aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens und dem mäßigen Andrang von Reisenden ist man auch in der Hochsaison sehr entspannt unterwegs.

Auftakt in Genf

Angeblich sollen in Genf mehr Millionäre leben als Arbeitslose. Auf jeden Fall ist die Seemetropole eine makellose Stadt, die im Zentrum neben den vielen Prachtbauten auch zahlreiche exklusive Geschäfte zu bieten hat. Wer sich der Stadt nähert, blickt auf die berühmte Fontäne Jet d’Eau, deren Wassermassen 140 Meter in die Höhe schießen.

In der "kleinsten Weltstadt", so wie sich Genf selber bezeichnet, lebten Größen wie Jean-Jacques Rousseau, Calvin, Voltaire und der Gründer des Roten Kreuzes, Henry Dunant. Sie genossen die hohe Lebensqualität am westlichen Ufer des Sees. Heute kommen die Touristen nach Genf und zeigen sich beeindruckt von den Uferpromenaden wie dem "Quai du Mont-Blanc", von dem man den Mont Blanc, den höchsten Berg der Alpen, mit 4810 Metern sehen kann.

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In der herrlichen Altstadt erhebt sich die Kathedrale St. Pierre, von deren Turm man über die Stadt und den See blickt. Im Schatten des Gotteshauses stößt man auf viele Museen, schöne Bauwerke wie das Rathaus oder nette Plätze wie den Place du Bourg-de-Four. Entlang der Rhone locken ebenfalls nette Plätze und mittendrin auf der Insel "Quai de l’Ille" steht die alte Markthalle mit einem Kulturzentrum.

Von Genf über Coppet und Nyon nach Morges

Der Camper verlässt sicherlich tief beeindruckt die Metropole Genf. Auf der Route sind es stets nur kurze Etappen bis zur nächsten Attraktion. So kann Coppet mit einem Schloss aus dem 18.Jahrhundert aufwarten. Für Nyon sollte man etwas mehr Zeit einplanen, denn hier hinterließen die Römer ihre Spuren. Ein Teil der Basilika, das Amphitheater und die Säulen im Park erinnern an die Römer. Prächtigstes Bauwerk ist das Schloss mit seinen fünf Türmen.

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Nach rund einer halben Autostunde erreichst du das Städtchen Morges, das über einen guten Campingplatz am westlichen Rand der Stadt verfügt. Morges erstreckt sich zwischen den Weinbergen und dem See und kann mit einer barocken Pfarrkirche, einem spätgotischen Rathaus und dem Schloss aus dem Jahr 1286 auftrumpfen. Hinter den wuchtigen Schlossmauern wurde ein Militärmuseum und das Schweizer Zinnfigurenmuseum eingerichtet. Herrliche Parkanlage ist der "Parc de l’Indépendance", in dem im Frühling immerhin rund 100.000 Tulpen für eine unvergleichliche Farbenpracht sorgen.

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Die mondäne Großstadt Lausanne

Im mittleren Teil des Sees liegt die Stadt Lausanne, die fünftgrößte Stadt des Landes. Hat man sein treues Campinggefährt erst einmal auf dem empfehlenswerten Campingplatz "Camping de Vidy" abgestellt, sollte man mit dem Rad oder zu Fuß über die Uferpromenade ins Zentrum radeln bzw. spazieren. Über die Landesgrenzen hinaus ist Lausanne nicht nur durch Universität und Privatschulen, sondern auch durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) bekannt. So gehört das spannende Olympiamuseum in Ufernähe zu den Aushängeschildern der Stadt.

Die Altstadt liegt abseits, oberhalb des Sees und hier sollte man der Kathedrale Notre-Dame seine Aufmerksamkeit schenken. Die Kirche aus dem 13. Jahrhundert hat im Inneren ein wertvolles Inventar und ein kunstvolles Rosenfenster von 1240 zu bieten. Unterhalb liegt der große Palast "Palais de Rumine", ein wuchtiger Neorenaissance-Bau von 1906, der ein umfassendes Museum mit den Themen Archäologie, Geologie, Zoologie und Schöne Künste beherbergt. In Lausanne sollte man auch einen Schiffsausflug unternehmen. So erhält man einen anderen Blickwinkel auf die den See umgebende herrliche Landschaft, zu der insbesondere das Lavaux gehört.

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Das UNESCO-Weltkulturerbe Lavaux

Zwischen Lausanne und Vevey erstreckt sich das reizvolle Weinanbaugebiet Lavaux. An den teils steilen Hängen begannen bereits im 12. Jahrhundert die Mönche die ersten Reben zu setzen. Heute werden hier rund 20 Prozent Rotwein und 80 Prozent Weißwein gelesen. Die Straße "Route de Vignoble" verbindet die hübschen Weinorte. Empfehlenswert ist die Fahrt nur mit einem kompakten Reisemobil oder dem Pkw.

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Vevey, Montreux und Schloss Chillon

Nach der Natur folgt die Kultur und so steuert man nach wenigen Kilometern das Städtchen Vevey an. Kein Geringerer als Charlie Chaplin fühlte sich hier richtig wohl und so hat man ihm in Form einer kleinen Statue ein Denkmal gesetzt. Eine riesige Gabel, die aus dem Wasser herausragt erinnert daran, dass der Nestlé-Konzern in Vevey seinen Hauptsitz hat. Freude bereitet es über die Uferpromenade zu schlendern. Gleiches gilt für die nächste interessante Stadt, die Musikstadt Montreux. Alljährlich strömen unzählige Musikfans zum "International Jazz Festival". Casino, Grand Hotel und stolze Prachtbauten deuten darauf hin, dass gut betuchte Reisende hier ihre gewünschte Erholung suchen.

Prominentestes Beispiel war der legendäre Sänger Freddie Mercury, an den ebenfalls eine Statue erinnert. Vielleicht setzt der Camper mit einer Queen-Melodie im Ohr seine Reise fort und stoppt nach wenigen Kilometern nördlich von Villeneuve am Schloss Chillon. Auch wenn man auf der Tour so manches interessante Schloss gesehen hat, so gehört der Besuch des Wasserschlosses zum abschließenden Pflichtprogramm. Es steht nur wenige Meter vom Ufer im Wasser und wurde um 1150 errichtet. Wer nach dem Schlossbesuch und den vielen bisherigen Eindrücken abschalten möchte, sollte die Campingplätze rund um Villeneuve aufsuchen.

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Hier, am östlichen Ufer des herrlichen "Lac Léman", herrscht Ruhe.

Alle Infos auf einen Blick

  • Länge der Tour: rund 150 Kilometer
  • benötigte Zeit: 5-7 Tage
  • Hilfreiche Webseiten: www.myswitzerland.com, www.geneve.com, www.montreuxriviera.com, www.lausanne-tourisme.ch
  • Das solltest du nicht verpassen: In Lavaux sollte man mit dem kompakten Camper oder dem Pkw zum Dorf Epesses fahren. Hier befindet sich der "Balcon du Léman", ein Aussichtspunkt, von dem man den Genfer See bestens überblicken kann.

Artikel von Thomas Klien

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