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Rundreise mit dem Wohnmobil – Die schönsten Orte am Gardasee

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Kaum ein See im Süden Europas hat die Reisenden in den letzten Jahrzehnten so begeistert wie der Gardasee im Norden Italiens. Der nördliche Teil präsentiert sich eingezwängt zwischen den hohen Bergen, während es im südlichen Teil flacher wird. Malerische Städte, eine besondere Flora mit Oliven, Weinreben und Limonen sowie das milde Klima in Norditalien sorgen für eine entspannte mediterrane Atmosphäre. Bei den Campern steht der größte See Italiens hoch im Kurs, denn das Angebot an Camping- und Stellplätzen ist bestens. Gut sind auch die Möglichkeiten für Aktivitäten, wie Radfahren, Wandern und natürlich Wassersport.

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Wohnmobilreise um den Gardasee: Start und Verlauf der Tour

Der Ausgangspunkt für die Tour rund um den idyllischen Gardasee ist der insbesondere bei Surfern beliebte Ort Torbole. Hier steht man zu Beginn der Reise an der Seepromenade und blickt in Richtung Süden über den Lago di Garda. Ein paar Fakten: der See ist 51,6 Kilometer lang, misst an seiner tiefsten Stelle 346 Meter und verfügt über eine Uferlinie von genau 158,4 Kilometern. Entstanden ist der See in der rund zwei Millionen Jahre andauernden Eiszeit durch den Etsch-Sarca-Gletscher.

Von Torbole führt die Route über die Straße „Gardesana Orientale“, der östlichen Uferstraße. Einen Stopp sollte man auf jeden Fall in Malcesine einplanen. Mein Tipp: Unbedingt mit der Seilbahn von Malcesine auf den Monte Baldo hinauffahren, denn der Blick auf den See aus rund 2000 Meter Höhe ist fantastisch. Darüber hinaus kann man hier bestens wandern oder mit dem Mountainbike eine Tour unternehmen.

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Grandiose Orte an der Ostküste

Schon der Dichterfürst Johan Wolfgang von Goethe hat bei seiner Italienreise im Jahr 1786 dem hübschen Dörfchen Malcesine einen unfreiwilligen Besuch abgestattet. Man hielt ihn für einen Spion und so landete er im Gefängnis der großen Scaligerburg, der Festung Rocca. Hier lohnen sich der Besuch und der Ausblick vom 32 Meter hohen Burgturm. Danach geht es durch die engen Gassen vorbei an kleinen Läden und Restaurants. Besonders schön sitzt man am Hafen und kann auch Bootsausflüge unternehmen. Vom Schiff hat man den besten Blick auf die Festung, die teilweise aus dem 6. Jahrhundert stammt.

Beeindruckt setzt man seine Reise fort und wird entlang der Straße einige Campingplätze passieren. Insgesamt stehen rund um den Gardasee etwa 100 Campingplätze sowie viele Stellplätze zur Verfügung. Im weiteren Verlauf passiert man sehenswerte Dörfer wie Assenza oder Porto und sollte dann einen Rundgang in Torri del Benaco einplanen. Das Dorf kann ebenfalls mit einer mächtigen Scaligerburg aufwarten. Das mächtige Herrschergeschlecht der Scaliger ließ auch hier eine Festung errichten, was man an den typischen Schwalbenschwanz-Zinnen gut erkennen kann.

Innerhalb der alten Mauern ist das Museum „Museo del Castello Scaligero“ untergebracht. Es informiert u.a. sehr anschaulich über die traditionellen Erwerbszweige der Region wie Fischfang, Herstellung von Olivenöl, Anbau von Zitrusfrüchten und Weinanbau. Auf dem Weg nach Garda passiert man das Dorf San Vigilio, das zu den schönsten am Gardasee gehört und in der Vergangenheit von den Prominenten aus aller Welt gerne besucht wurde.

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Tagesetappen nach Garda und Bardolino

Wer durch die reizvollen Gassen oder über die Uferpromenade der beiden Orte schlendert, erfährt selbst in der Nebensaison, dass der Fremdenverkehr eine wichtige Einnahmequelle ist. Beide Orte sind herausgeputzt und trumpfen durch ein hervorragendes Angebot an Gastronomie und netten Läden auf. In Garda schlägt das Herz des Ortes rund um den kleinen Fischerhafen. Hier liegen die bunten Boote der rund 100 hauptberuflichen Fischer, deren Fang wie Lavarello-Fische, Gardasee-Forelle oder Gardasee-Sardinien in den Restaurants rund um den See zubereitet wird. Neben den vielen Restaurants bietet Garda mit der Villa Albertini auch einen Prachtbau aus dem 15.Jahrhundert. Von Garda empfiehlt sich ein 4 Kilometer langer Spaziergang über die Uferpromenade bis nach Bardolino. Der Ort ist durch den erstklassigen Bardolino-Wein über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Weinfreunde werden sicherlich einen Ausflug über die Weinstraße „Strada del Vino“ unternehmen. Sie verläuft östlich des Ortes und verbindet rund 40 Winzer und Weinanbaugebiete. Familien werden eher dem Vergnügungspark „Gardaland“ einen Besuch abstatten. Er ist der meistbesuchte Freizeitpark in Italien!

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Malerisches Lazise

Bei den vielen Highlights rund um den „Lago di Garda“ darf auch das Städtchen Lazise nicht fehlen, das im Umland beste Campingplätze bietet. Hier kann man sich an den Stränden von dem bisherigen Kulturprogramm bestens erholen und sich ein erfrischendes Bad gönnen. Im Herzen von Lazise fühlt sich der Besucher in den Gassen und auf den schönen Plätzen um Jahrhunderte zurückversetzt. Natürlich hat Lazise auch Reste einer Scaligerburg zu bieten und in der alten Kirche San Nicolo beeindrucken die Fresken aus dem 14.Jahrhundert. Mit Lazise verlässt man die Ostküste und sollte nun einige Tage an der Südküste einplanen.

Ab in den flachen Süden

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Im Süden des Gardasees hat sich das Landschaftsbild komplett verändert. Es ist eben, die Orte haben sich ausgebreitet und im Umland hat sich die Industrie angesiedelt. Doch auch hier können Orte wie Peschiera del Garda mit der wuchtigen Festung und der schönen Uferpromenade begeistern. Ein wahres Juwel ist jedoch der Ort Sirmione, dessen historische Altstadt sich am Ende der langgezogenen Halbinsel befindet. Ein Stellplatz liegt in der Nähe der gut erhaltenen Skaligerburg aus dem 13.Jahrhundert, direkt am Ufer. Im Schatten der trutzigen Festung erstrecken sich alte Bauwerke und kleine Gassen. Hauptattraktion sind jedoch die großen villenartigen Thermalanlagen, die „Grotten des Catull“, die in der Römerzeit errichtet wurden. Sie bieten von Süd nach Nord einen grandiosen Blick über den Gardasee. Sicherlich tief beeindruckt verlässt man mit Sirmione die „Perle am Gardasee“ und wird auf der weiteren Route gerne Desenzano, dem größten Ort am Gardasee, seine Aufmerksamkeit schenken. Rund um das kleine Hafenbecken reihen sich palastartige Häuser und auch der Dom ist sehenswert. Dann geht es in nördliche Richtung zum Golf von Salo.

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Prächtige Stadt Salo am Golf von Salo

Der Stadtbesucher wird heute nicht mehr erkennen, dass die schmucke Stadt Salo im Jahre 1901 durch ein verheerendes Erdbeben zu einem großen Teil zerstört wurde. Mit viel Liebe wurde Salo wiederaufgebaut und bietet eine tolle Altstadt mit Prachtbauten und dem imposanten Dom. Salo ist auch Geburtsort des Geigenbauers Gasparo Bertolotti (1540-1609), der die erste Violine baute. Nur wenige Kilometer sind es von Salo zum mondänen Örtchen Gardone Riviera, das unterhalb des 907 Meter hohen und mit Zypressen und Olivenbäumen bewachsenen Monte Lavino liegt. An der hübschen Promenade steht das 1880 errichtete luxuriöse Grand Hotel Gardone Riviera.

Über die Gardesana Occidentale nach Riva

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Für die westliche Uferstraße Gardesana Occidentale, der „45bis“ benötigt der Camper einige Nerven und sollte sich keineswegs durch die vielen teils engen Tunnel und felsenreiche Strecke aus der Ruhe bringen lassen. Auftanken kann man zwischendurch in den netten Orten wie Toscolano, Maderno oder Gargnano. Ein Muss ist der Rundgang in dem Touristenort Limone. Rund um das Küstenörtchen weisen die Obstplantagen darauf hin, dass der Anbau von Zitrusfrüchten eine wichtige Einnahmequelle war. Heute kommen die Touristen aus aller Herren Länder und schlendern durch die Gassen, ergattern einen Platz an dem winzigen Hafen und kaufen eine Flasche Zitronenlikör (Limoncello) als passendes Mitbringsel.

Letzte Tagesetappe nach Riva

Die letzte Etappe bringt den Camper zur schönen Stadt Riva, die am kurzen Nordufer liegt. Am besten steigt man auf den 34 Meter hohen Turm „Torre Apponale“ und verschafft sich erst einmal einen Überblick. Danach kann man sich der schönen Altstadt mit den tollen Plätzen wie der „Piazza III Novembre“, der Festung und der Kirche Santa Maria Assunta widmen. Wer hier auf eine erholsame Art und Weise die Rundreise um den größten See Italiens komplettieren möchte, sollte auf der reizvollen Uferpromenade nach Torbole spazieren. Ein letzter Blick auf den Gardasee stimmt sicher wehmütig.

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Du möchtest die Tour rund um den Gardasee nachfahren? Dann wirf schon jetzt einen Blick auf unsere Auswahl an Campingplätzen am Gardasee.

Zu den Campingplätzen

Text und Bilder von Thomas Kliem

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