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Die Deutsche Märchenstraße: Auf den Spuren der Gebrüder Grimm

Der Froschkönig, der Wolf und die sieben Geißlein, Rapunzel oder Hänsel und Gretel – nicht nur Familien mit Kindern dürften diese Figuren kennen. Die meisten von uns sind mit den bekannten Märchenfiguren aufgewachsen. Dass die jahrhundertealten Erzählungen heute noch erhalten sind, verdanken wir Jacob und Wilhelm Grimm, besser bekannt als die Gebrüder Grimm.

Zu Ehren dieser und weiterer Leistungen, wie etwa der Veröffentlichung des ersten Deutschen Wörterbuchs, ist den Gebrüdern Grimm die Deutsche Märchenstraße gewidmet. Die Tour ist 600 Kilometer lang und verbindet Stationen auf dem Lebensweg der Brüder sowie wichtige Städte und Regionen der Kinder- und Hausmärchen. Der Startpunkt ist Hanau, die Geburtsstadt der Gebrüder. Die Märchenstraße reicht bis hoch in den Norden zum Städtchen Buxtehude.

Die Deutsche Märchenstraße lädt dazu ein, sie mit dem Wohnmobil zu erkunden. Sie führt von Hessen nach Niedersachsen bis Bremen. Ganz nach den persönlichen Vorlieben kann man auf den Spuren der Gebrüder Grimm reisen oder sich eine eigene Route, zum Beispiel nach den Schauplätzen der eigenen Lieblingsmärchen, zusammenstellen. Wir stellen hier die wichtigsten Abschnitte der Deutschen Märchenstraße vor.

Camping in Hessen

Hanau, Geburtsstadt der Grimms und Startpunkt der Deutschen Märchenstraße

Um die offizielle Brüder-Grimm-Stadt in Ruhe zu erkunden, lohnt es sich, mehr als einen Tag in Hanau einzuplanen. Eine schöne Rast ermöglicht der Campingplatz Kahl mit seinem weitläufigen Gelände und der direkten Lage an einem Badesee.

Direkt vor dem Rathaus von Hanau thront auf über sechs Metern Höhe eine Statue der Gebrüder Grimm als Denkmal über dem Neustädter Markplatz. Ein beeindruckendes Monument – und der Startpunkt der Deutschen Märchenstraße. Das Denkmal wurde von Syrius Eberle, Professor und Bildhauer aus München, angefertigt und feierlich am 18. Oktober 1896 enthüllt. Dabei war es gar nicht so einfach, sich auf einen Künstler zu einigen. Wer sich für die detailreiche Geschichte rund um das Denkmal interessiert, kann diese und weitere “Grimmensien” im historischen Museum Hanau Schloss Philippsruhe bestaunen.

Noch mehr Grimm-Feeling gibt es bei den Brüder Grimm-Festspielen in Hanau. Bis in den Frühsommer hinein werden im Amphitheater aktuell interpretierte Stücke rund um die Gebrüder Grimm gezeigt.

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Doch das Wohnmobil zieht es weiter auf die Deutsche Märchenstraße. Es geht durch die Barbarossastadt Gelnhausen, Schauplatz des Märchens "Gockel, Hinkel, Gackeleia" von Clemens von Brentano. Danach folgt der nächste Halt auf den Spuren der Gebrüder Grimm in Steinau an der Straße.

Steinau an der Straße: Die zweite Brüder-Grimm-Stadt

Für den zweiten längeren Stopp auf der Deutschen Märchenstraße sollte man etwas Zeit im Gepäck haben. Denn in Steinau an der Straße lebten die Gebrüder während ihrer Kindheit, sodass es zahlreiche Orte zu besichtigen gibt. Im Herbst finden hier außerdem die Steinauer Puppenspieltage mit Künstlern aus ganz Deutschland statt.

Auf den Spuren der Grimms ist allen voran natürlich das alte Amtshaus einen Besuch wert, in das die Familie Grimm 1791 einzog. Heute ist das Haus als Brüder-Grimm-Haus bekannt und zeigt eine Ausstellung. Wer nichts verpassen möchte, kann an einer der zahlreichen Führungen teilnehmen, um sich noch dichter an die Fersen der Brüder zu heften.

Wem das zu langweilig wird, der kann sich auch im Erlebnispark Steinau oder im Europa-Kletterwald Steinau austoben. Obendrein gibt es noch die Tropfsteinhöhle Teufelshöhe zu besichtigen.

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Nach so viel Abwechslung kommt die Ruhe im Wohnmobil gerade recht. Gemütlich geht es weiter auf der Deutschen Märchenstraße an den Städten Freiensteinau, Grebenhain, Herbstein und Alsfeld entlang. Diese Städtchen sind ebenfalls Teil der Deutschen Märchenstraße und haben ihren ganz eigenen Charme. Das nächste Ziel ist die Studienstadt der Gebrüder Grimm, Marburg.

Marburg, Stadt der Treppen und der Abendsonne

Als Studenten machten Jacob und Wilhelm die Straßen der schönen mittelalterlichen Stadt unsicher. In ihren Briefen nach Hause erzählen sie von den vielen Treppen und der Abendsonne, die das Schloss auf dem Berge vergolden würde.

Zuerst wohnte Jacob allein in der Barfüßerstraße 35. Heute weist noch eine Tafel darauf hin. Als Wilhelm ebenfalls nach Marburg zum Studieren kam, zogen die beiden Brüder in die heutige Wendelgasse 4. Hier hängt ebenfalls ein Schild zu Ehren der berühmten Bewohner. Auf den Spuren der Grimmschen Märchen ist der Grimm-Dich-Pfad einen Besuch wert. Entlang des Weges bringen verschiedene Märchenfiguren die Besucher zum Staunen.

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In Marburg teilt sich die Deutsche Märchenstraße. Das nächste Ziel ist Kassel, Hauptstadt der Märchenstraße. Daher wählen wir den Weg über Lahntal, Rauschenberg, Frankenberg und an Bad Wildungen vorbei. Danach folgen Waldeck, Wolfhagen, Schauenburg und Baunatal, bevor wir vor den Toren Kassels stehen.

Kassel, documenta-Stadt und Hauptstadt der Märchenstraße

In Kassel lebten die Gebrüder Grimm etwa dreißig Jahre lang. Hier hörten sie die vielen Geschichten von verschiedenen Erzählerinnen, schrieben diese auf und sammelten sie in einem wundervollen Werk. Dies macht Kassel zur Geburtsstadt der Märchensammlung und damit zu Recht zur Hauptstadt der Deutschen Märchenstraße.

Wer nur wenig Zeit mitbringt, sollte diese im Ausstellungshaus Grimmwelt verbringen. Auf rund 1.600 Quadratmetern werden unter anderem Handexemplare der Sammlung aufbewahrt und ausgestellt. Neben den Dauerausstellungen finden hier regelmäßig Sonderpräsentationen im Oberhaus statt. Auch hier dreht sich natürlich alles um die Grimm-Brüder. Der Blick von der Dachterrasse auf die Stadt bis hin zum Herkules, einer Kupferstatue im Bergpark Wilhelmshöhe, sollte man ebenfalls nicht auslassen. Übrigens: Das Ausstellungshaus erhielt den Preis "Bau des Jahres 2015" des Architekturmagazins "German Architects".

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Wenn die Grimmwelt die Lust auf Märchen noch nicht gestillt hat, bieten das Brüder Grimm-Festival im Sommer und der Märchenweihnachtsmarkt im Winter noch viel Sehenswertes rund um die traumhaften Erzählungen.

Idealer Ausgangspunkt, um Kassel zu entdecken, ist der Campingplatz Kassel direkt an der Fulda. Von hier aus gelangt man zügig ins Zentrum und ist doch inmitten vom ruhigen Grün. Der perfekte Ort, um den Kindern abends aus dem Märchenbuch vorzulesen.

Am nächsten Tag geht es los zur nächsten Etappe der Reise auf der Deutschen Märchenstraße. Das Ziel Göttingen gibt die Route vor: Die Reise verläuft durch Nieste nach Kaufungen, Bad Sooden und durch das Städtchen Heilbad Heiligenstadt. Nach Ebergötze taucht langsam Göttingen am Horizont auf.

Göttingen: Stadt der Gelehrten

Die renommierte Georg-August-Universität gilt heute noch als Schmiede für Forscher und Gelehrte. 1829 bis 1837 lehrten hier die Gebrüder Grimm. Zudem waren sie in der Stadt als Bibliothekare tätig und nutzten die Zeit für weitere Veröffentlichungen, wie etwa zwei weitere Bände der Deutschen Grammatik und die dritte Auflage der Kinder- und Hausmärchen.

Neben der Universität steht auch ein Besuch der Gedenktafel in der Goetheallee 6 an. Ein besonderes Gefühl für die Arbeit der Grimms vermittelt ein Besuch in der Paulinerkirche mit dem historischen Bibliothekssaal.

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Zu Ehren der bekannten ehemaligen Bewohner veranstaltet die Stadt jeden Februar die Göttinger Figurentheatertage. Hier lassen die verschiedenen Künstler in bemerkenswerten Aufführungen ihre Puppen tanzen. Doch das ist bei weitem nicht die einzige Veranstaltung, denn Göttingen ist nicht umsonst als Festivalstadt bekannt: die Internationalen Händel-Festspiele, die Nacht der Kultur, das Gänseliesel-Fest und das Göttinger Jazzfestival – Göttingen bietet für jeden Geschmack das passende Festival!

Um den Kopf etwas frei zu bekommen und sich rundum zu entspannen, ist der Campingplatz am Hohen Hagen perfekt, etwa 20 Minuten von Göttingen entfernt. Der mit 5 Sternen ausgezeichnete Campingplatz bietet ein großes Erlebnisbad und die Möglichkeit, bei Wellnessanwendungen zu relaxen.

Nachdem man wieder Energie getankt hat, kann die Fahrt weitergehen. An sich war Göttingen der letzte Ort auf den Spuren der Gebrüder Grimm, denn diese zogen 1840 nach Berlin. Hier kann man unter anderem die Gräber auf dem St. Matthäus-Kirchhof besuchen. Doch wer sein Abenteuer auf der Deutschen Märchenstraße noch nicht beenden möchte, kann weiter nach Bremen reisen und danach das Ende der Straße in Buxtehude erleben.

Camping in Niedersachsen

Zwischenstopp in Hameln und Verden

Um nach Bremen zu gelangen, folgt man den verschlungenen Straßen über Oberweser, Wahlsburg, Fürstenberg, Holzminden nach Polle. Dann geht es weiter nach Bodenwerder, bevor man einen kleinen Stopp in Hameln einlegt, um das berühmte Rattenfänger Freilichtspiel zu besuchen.

Die Städte Wiedensahl, Nienburg und Hoya ziehen am Fenster vorbei, bevor man vor Bremen noch einmal Rast in Verden einlegt. Denn auf diesem Punkt der Deutschen Märchenstraße liegt der "Magic Park", ein Freizeitpark, der ganz der Magie gewidmet ist. Märchenhaft wird es hier im Märchenwald, Abwechslung bieten die Saurierinsel und die vielen Zaubershows. Voller magischer Eindrücke vergehen die restlichen knapp 50 Kilometer bis Bremen im Handumdrehen.

Bremen – Heimat der berühmten Stadtmusikanten

Die Stadt an der Weser ist für jeden Fan des bekannten Märchens rund um die vier Bremer Stadtmusikanten ein Muss. Daher gilt der erste Stopp auch dem Denkmal an der Westseite des Rathauses. Die Bronzeplastik wurde 1953 durch den Künstler Gerhard Marcks kreiert.

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Weiter geht es Richtung Innenstadt, denn hier findet auf dem Domshof von Mai bis September am Sonntag gegen 12 Uhr die Vorführung des Märchens statt. Nach der Fülle an Stadtmusikanten ist es Zeit, die Hansestadt näher kennenzulernen. Zahlreiche Veranstaltungen, wie etwa der Freimarkt oder auch die vielen Museen, warten darauf, von den Gästen entdeckt zu werden.

Wohl dem, der da einen ruhigen Platz für sein rollendes Zuhause gefunden hat. Etwa 30 Kilometer abseits der Deutschen Märchenstraße befindet sich der Campingplatz Juliusplate. Der Platz liegt direkt an der Unterweser und mitten im Naturschutzgebiet. Er punktet mit Sandstrand, viel Grün und viel Ruhe. Der ideale Aufenthalt, um Kraft zu tanken für die letzte Etappe mit 100 Kilometern in Richtung Buxtehude.

Buxtehude, Stadt von Hase und Igel

In Buxtehude hat man das Ende der Märchenstraße erreicht. Mit etwas Glück (oder entsprechender Planung) ist man pünktlich zum Internationalen Märchenfestival eingetroffen, das alle zwei Jahre Ende Oktober die Stadt in eine märchenhafte Stimmung taucht. Aber auch ohne das Festival bietet die Stadt Sehenswürdigkeiten. Denn Buxtehude ist vor allem dank der Erzählungen rund um den schnellen Hasen und den schlauen Igel bekannt. Und diese beiden gibt es in der ganzen Stadt in unterschiedlichster Ausführung zu entdecken.

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Das Wohnmobil darf auf dem Stellplatz nahe der historischen Altstadt parken und die Reisenden erkunden die Stadt zu Fuß. So lässt es sich entspannt an den vielen Kunstausstellungen und Lädchen voller Kinderbücher und Souvenirs vorbeischlendern. Vor vielen Geschäfte tummeln sich die Statuen von Hase und Igel; da ist es ein schönes Spiel, so viele wie möglich zu entdecken. Auch die Reiseführer verkleiden sich als die bekannten Tiere und stehen den Besuchern Rede und Antwort.

Hier endet die Reise auf den Spuren der Gebrüder Grimm und den Märchen. Die Deutsche Märchenstraße hat jedoch noch viel mehr zu bieten. Es lohnt sich, vorab die einzelnen Stationen zu recherchieren, um die Tour individueller zu gestalten. So kommt man in den vollen märchenhaften Genuss der Tour auf der bekannten Deutschen Märchenstraße.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann reisen sie noch heute!

Artikel von Kia Korsten

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