Routen & Touren

Camping in Nord-Jütland – Rundtour zwischen Nordsee und Ostsee

Das Königreich Dänemark umfasst mehr als 400 Inseln und hat mit Deutschland die einzige Landesgrenze. An Schleswig-Holstein schließt sich die Halbinsel Jütland an. Die flachwellige Landschaft mit Weiden, Feldern und Wäldern kann mit langen Stränden an der Nord- und Ostsee auftrumpfen. Die Campingplätze präsentierten sich ebenso freundlich wie die gemütlichen Dörfer und hübschen Städte. Viel Kultur erlebt man in den Städten Århus und Aalborg. Erholsame Momente fängt man am Limfjord oder in dem Nationalpark Thy ein. Höhepunkt der Tour ist im wahrsten Sinne des Wortes die Landzunge Skagens Grenen. Über die gut ausgebaute E45 fährt man in nördliche Richtung bis nach Århus und beginnt hier die Rundreise im mittleren und nördlichen Teil von Jütland. Nach Kopenhagen ist Århus die zweitgrößte Stadt Dänemarks und kann dem Reisenden jede Menge Sehenswürdigkeiten bieten.

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Start in der lebendigen Metropole Århus

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Das Herz der Universitäts- und Hafenstadt schlägt in der Altstadt rund um den Marktplatz Store Torv, an dem auch der mächtige Dom und das schöne Theater stehen. Abseits schlendert man durch schöne Einkaufsstraßen und nette Gassen. Eine Besonderheit ist die Promenade Åboulevarden mit Gastronomie und breiten Stufen direkt an dem Kanal, der durch das Zentrum verläuft. Zu den vielen Sehenswürdigkeiten von Århus, die man nicht verpassen sollte, gehören u.a. das Freilichtmuseum „den gamle by“ mit Bauwerken aus dem 16. und 17.Jahrhundert sowie das spektakuläre Kunstmuseum ARoS mit dem begehbaren Rainbow Panorama. Hoch hinaus geht es auch auf das Kaufhaus Salling mit der riesigen Dachterrasse samt Aussichtsplattform und Gastronomie. Apropos Gastronomie: Natürlich bietet die europäische Kulturhauptstadt von 2017 auch viele bunte Kneipen. Hier kann man den Tag gesellig ausklingen lassen!

Campingplätze in Århus

Von Århus nach Aalborg

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Nach der lebendigen Stadt Århus sollte ein Abstecher auf die sich nordöstlich anschließende Halbinsel Djursland unternommen werden. Hier befindet sich der neue Nationalpark Mols Bjerge mit einer ungewöhnlichen Hügellandschaft, die zum Wandern einlädt. Südlich lockt das Küstenstädtchen Ebeltoft mit schmuckem Fachwerk und dem Dreimaster „Fregatte Jylland“, der bereits 1860 vom Stapel lief. Für die meisten Dänen gehört Ebeltoft zu den schönsten Orten des Königreiches. Über die E45 geht es weiter in nördliche Richtung bis Aalborg. Wie in Århus fühlt sich der Camper auch in Aalborg auf Anhieb wohl. Kein Wunder, denn die Stadt glänzt mit einem makellosen Zentrum und vielen Attraktionen. Dazu zählen u.a. das Kunstmuseum KUNSTEN, die stattliche Budolfi Domkirche, der Renaissancebau Jens Bang’s Stenhus aus dem Jahre 1624 und der Utzon Center. Hier kann man sich über Leben und Werk des dänischen Stararchitekten Jörn Utzon (1918-2008) informieren. Geselligkeit wird in der Gasse Jomfru Ane Gade großgeschrieben, in der sich die Kneipen zur „längsten Theke des Landes“ aneinanderreihen.

Campingplätze in Aalborg

Weiter gen Norden

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Auf der weiteren Route laden Hafenstädte am Kattegat zu einem Besuch ein. In dem Fischerdorf Sæby befinden sich Stellplätze direkt am Hafen. In der großen Hafenstadt Fredrikshavn verlassen die Fähren den Hafen und steuern Schweden und Norwegen an. Im Zentrum sind die Einkaufsmöglichkeiten gut. Die nächste Etappe führt nach Skagen. In der nördlichsten Stadt Dänemarks ließen sich viele Maler nieder, die von dem besonderen Licht inspiriert wurden. Heute kommen viele Gäste, um im geschäftigen Fischerhafen in einem der vielen Fischrestaurants zu speisen. Rund um das Fischerstädtchen sollte man sich die besonderen Attraktionen wie die Wanderdüne Råbjerg Mile, den begehbaren Leuchtturm oder die versandete Kirche von Skagen nicht entgehen lassen. Ein hochkaratiges Highlight ist die Landzunge Skagens Grenen. Am großen Parkplatz befindet sich auch ein Stellplatz, von dem man bis ans Ende der Landzunge am besten barfuß durch den feinen Sand spaziert. Das Ende von Skagens Grenen erstreckt sich zwischen Skagerrak (Nordsee) und Kattegat (Ostsee) und gut kann man erkennen, dass aufgrund der unterschiedlichen Strömungsrichtung die Wellen gegeneinander klatschen.

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Die Tage werden wieder kürzer

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Mit Skagen verlässt der Camper auch den nördlichsten Punkt der Tour. Die Route führt zunächst zur Hafenstadt Hirtshals, die über einen großen Fährhafen verfügt. Hier legen die Fähren ab und steuern u.a. Norwegen an. Entlang der Küste stehen viele große und familiäre Campingplätze zur Verfügung. Stressfrei geht es durch die idyllische Landschaft über die Landstraßen 55, 11 und 29 zum Städtchen Løgstør. Willkommen am Limfjord! Dieses große Gewässer ist immerhin 180 Kilometer lang, erstreckt sich zwischen der Nordsee und der Ostsee und verfügt über große Seen und unzählige reizvolle Inseln. In dem Hafenstädtchen Løgstør kann man sich in dem Limfjord Museum über dieses besondere Gewässer informieren. Glücklicherweise wurde an der Marina auch ein Stellplatz eingerichtet. In Dänemark ist Løgstør auch für die Muschelzucht bekannt. Über die Landstraße 11 steuert man die freundliche Stadt Thisted an, die ebenfalls am großen Limfjord liegt.

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Wieder an der Nordsee

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Nach dem lohnenswerten Abstecher an den Limfjord geht es wieder an die Nordsee, genauer gesagt in den Nationalpark Thy, der sich auf einer Länge von 55 Kilometern zwischen Agger Tange und Hanstholm erstreckt. Hier wurde die Strand- und Dünenlandschaft unter Naturschutz gestellt. Wanderungen durch die Dünen und über den breiten Sandstrand bereiten hier ebenso Freude wie das Relaxen am Strand. Allerdings lassen die frischen Wassertemperaturen nur ein kurzes Bad zu. Guter Ausgangspunkt ist die winzige Küstensiedlung Stenbergs Landingsplads mit einem kleinen Rettungsmuseum. Gut erholt fährt der Camper dann in südliche Richtung über den Limfjord und sollte einen Stopp in Struer einlegen.

Struer, Skive, Viborg und Silkeborg

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Auf den letzten Etappen der Rundreise laden einige attraktive Städte zu einer Stippvisite ein. Struer kann mit der größten Marina am Limfjord aufwarten, an der sich auch ein Stellplatz befindet. Besuchen sollte man das kleine Radiomuseum, denn immerhin gründeten hier Peter Bang und Svend Olufsen im Jahre 1925 die mittlerweile weithin bekannte Radiofabrik Bang & Olufsen. Ein ebenfalls interessantes Städtchen ist Skive mit nettem Zentrum und der weißgekälkten mittelalterlichen Kirche sowie dem schmucken Schloss Krabbesholm.

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Von Skive lohnt sich ein Abstecher zum gemütlichen und schmucken Dorf Hjarbæk, das an dem gleichnamigen Hjarbæk-Fjord liegt. Dieses idyllische Gewässer ist durch eine Schleuse vom Limfjord getrennt und bietet „Süßwasser“. Nur wenige Kilometer sind es bis zur Stadt Viborg, deren stolzer Dom das Aushängeschild der Stadt ist.

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Rund eine Autostunde ist die Stadt Århus, der Ausgangspunkt der Rundreise, entfernt. Dazwischen sollte man der Stadt Silkeborg noch seine Aufmerksamkeit schenken. Sie liegt am Fuße des immerhin 147 Meter hohen Himmelbjerget und am Rande einer Seenplatte. Besucher kommen nach Silkeborg, um im Kunstmuseum Jorn die Kunstwerke zu sehen und im Silkeborg Museum den sogenannten „Tollund-Mann“ zu bestaunen. Am Ende der abwechslungsreichen Tour wird es beim Anblick dieser rund 2400 Jahre alten Moorleiche kurzzeitig schaurig.

Text und Bilder von Thomas Kliem

Dänemark ist dir noch nicht nördlich genug? Kein Problem, auch in Norwegen haben wir eine fantastische Route für dich getestet.

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