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Camping im Triglav Nationalpark

Die unberührte Natur im Triglav-Nationalpark in Slowenien ist ein Traum für Outdoor-begeisterte Camper. Unser Autoren-Team hat den einzigen Nationalpark des Landes besucht und verrät dir hier, welche Highlights du bei deiner eigenen Reise unbedingt anschauen musst.

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Slowenien war das erste Land auf unserer Reise durch Süd-Ost-Europa und wir wurden von den Naturschönheiten überwältigt. Unsere Startetappe war der berühmte Triglav-Nationalpark, der gleichzeitig auch der einzige Nationalpark Sloweniens ist. Ein echtes Highlight, das auf keiner Reise durch Slowenien fehlen darf!

Nicht nur, dass sich der Fluß Soča mit seiner markanten türkis-grünen Farbe durch das gesamte Tal des Nationalparks schlängelt. Das einzigartige Bergpanorama der julischen Alpen, malerische Gletscherseen, geheimnisvolle Schluchten und dichte Tannenwälder machen den Triglav-Nationalpark zu einem einzigartigen Naturparadies, das in Süd-Ost-Europa seinesgleichen sucht. Hier gibt es wirklich jede Menge zu entdecken – wir zeigen dir, was du auf keinen Fall verpassen darfst.

Der malerische Smaragdfluß Soča entspringt im höchsten Gebirgspass Sloweniens, dem Vršič-Pass, und windet sich durch den gesamten Nationalpark.

Wo liegt der Triglav-Nationalpark?

Der Triglav-Nationalpark liegt im Nordwesten Sloweniens in den Julischen Alpen an der Grenze zu Österreich und Italien. Benannt ist der Park nach dem höchsten Berg Sloweniens, dem Triglav, der sich fast genau im Zentrum des Parks befindet.

Um den Park zu erkunden, eigenen sich als Ausgangspunkte die kleinen Ortschaften Bovec, Kobarid, Bled und Kranjska Bora. Alternativ könnt ihr natürlich auch auf einem der zahlreichen Campingplätze mitten im Park übernachten.

Campingplätze im Triglav-Nationalpark

Bei der Anreise von Österreich aus, fährst du durch Kranjska Bora auf der Staatsstraße 206 über den Vršič-Pass nach Slowenien und landet direkt im Nationalpark. Es gibt eine ganze Reihe von Camping-Plätzen entlang der Straße, die entlang des Flusses Soča einmal mitten durch den Park führt. Verpassen kannst du die Plätze eigentlich nicht, da es nur diese eine Straße gibt und die Campingplätze gut ausgeschildert sind.

Als Ausgangsbasis für unsere ersten Wandertouren haben wir das Kamp Soča Boštjan Komac s.p gewählt, das sich im Westen des Nationalparks befindet, etwa 8 Kilometer von der Ortschaft Bovec entfernt. Der wunderschön gelegene Platz befindet sich in direkter Nachbarschaft zu einer der Hauptattraktionen am Soča-Fluss: Der atemberaubend schönen Schlucht Velika Korita Soče (Große Soča-Klamm).

Wir sind bis heute immer noch ganz begeistert von diesem liebevoll geführten Familien-Camping und würden jederzeit wiederkommen. Wir waren Ende April im Camp und teilten uns die riesige Wiese mit gerade einmal drei weiteren Campern. Ein ganz besonderes Highlight, das dich hier im Camp erwartet, sind die Feuerschalen für dein allabendliches Lagerfeuer. Die Feuerschalen können ausgeliehen werden und gegen einen kleinen Obolus gibt es einen Sack voll Holz.

Die Aussicht vom Platz ist wirklich wunderbar und in der Nähe befinden sich zahlreiche Wanderwege, auf denen du die herrliche Landschaft erkunden kannst. Schöne Ausflugsziele in der Nähe sind der See Krn (Krnska Jezera) oder der Berg Bavški Grintavec. Über einen Klettersteig kannst du den 2347 Meter hohen Gipfel erklimmen – allerdings haben wir uns das gespart, weil es dafür noch ein wenig zu früh im Jahr war. Oben auf den Bergen lag noch der Schnee und die Soča war durch die Schneeschmelze gut mit Wasser gefüllt.

Darf man im Triglav-Nationalpark wildcampen?

Mit dem Wohnmobil freistehen oder wildcampen ist im Triglav-Nationalpark streng verboten. Um sicherzustellen, dass dieses Verbot eingehalten wird, kontrollieren die Behörden das auch regelmäßig. Wenn du erwischt wirst, wird ein Bußgeld fällig. Deshalb solltest du auf jeden Fall einen der Campingplätze anfahren.

Einen Platz bekommst du hier auch in der Hauptsaison fast immer, da der Triglav-Nationalpark noch nicht ganz so bekannt ist. Die Campingplätze haben nichts mit den Wohnmobil-Burgen und Zeltstädten gemeinsam, die du aus anderen Europäischen Ländern kennst – hier geht es eher gemütlich zu.

Wandern im Naturparadies Triglav-Nationalpark

Als größte Gebirgskette Sloweniens bieten die Julischen Alpen im Triglav-Nationalpark Wanderern und Outdoor-Begeisterten das volle Programm. Von anspruchsvollen Gebirgstouren wie der Überschreitung des Triglavs (2864 Meter) bis zu leichteren Wanderungen entlang der türkis leuchtenden Bäche und Flüsse ist hier alles drin, was das Wanderherz begehrt.

Da wir nicht unbegrenzt Zeit hatten, konnten wir natürlich nur einen kleinen Teil der natürlichen Schönheit sehen. Das hat es aber schon in sich gehabt und wir würden jedem empfehlen, den Park zu Fuß zu erkunden – glücklicherweise ist das sehr leicht möglich.

Das etwa 7000 Kilometer lange Wegenetz ist fast durchgängig ausgezeichnet markiert. Die Wege sind ausgeschildert, generell in einem guten Zustand und werden offensichtlich regelmäßig gewartet. Entlang der Wanderwege haben wir in regelmäßigen Abschnitten Gasthöfe und Schutzhütten gesehen. In den höheren Lagen gibt es Bergpfade, die ebenfalls markiert sind, außerdem unterhält der slowenische Alpenverein eine Reihe von Berghütten.

Schöne Ausflugsziele für Wanderungen im Park sind:

  • Fluss Soča, Soča-Quelle und Velika Korita
  • Krn-Seen
  • Alpine Hochebene Pokljuka
  • Karster Felsplateau Kriški Podi
  • Tolmin-Klamm
  • Bohinjer See
  • Savica Wasserfall
  • Bleder See
  • Festung Kluže
  • Mangart-Sattel

Bergtouren im Triglav-Nationalpark

Nicht nur Wanderer, sondern auch Bergsteiger kommen im Triglav-Nationalpark voll auf ihre Kosten. Ein beliebter Ausgangspunkt für Bergtouren ist der Vršič-Pass, von dem etliche Wege starten. Hier gibt es auch mehrere Berghütten, etwa die bewirtschaftete Hütte Ticjarev Dom direkt am Pass und die etwa 10 Minuten entfernte Hütte Postarski Dom.

Tolle Einblicke in die Bergwelt der julischen Alpen bietet auch der Hochgebirgskessel über dem Zadnjica-Tal in Trenta. Das Hochplateau Kriški Podi ist der perfekte Ausgangspunkt um die höchsten Gipfel der Region zu besuchen: Razor, Planja, Križ, Stenar, Bovški Gamsovec und Pihavec.Auf dem Felsplateau befinden zudem etliche malerische Gletscherseen, die Križ-Seen. Hier kannst du eine Pause einlegen und wunderbare Ausblicke auf Trenta genießen.

Die Touren auf die umliegenden Gipfel sind allesamt relativ anspruchsvoll - ein Bergführer ist empfehlenswert. Außerdem gilt es, das Wetter im Auge zu behalten, das sich in den Bergen sehr schnell ändern kann. Gerade bei Gewitter ist es aufgrund Blitzgefahr lebensgefährlich, sich auf den Gipfeln aufzuhalten.

Mehr Informationen im Besucherzentrum in Trenta

Falls du noch mehr Informationen möchtest, solltest du das Informationszentrum des Triglav-Nationalparks besuchen - das Besucherzentrum befindet sich in Dom Trenta. Hier gibt es zahlreiche Informationen und Karten zu Bergsteigertouren, den Wanderwegen und anderen Aktivitäten.

Falls dir nicht nach Wanderungen oder Bergtouren zumute ist, gibt es übrigens noch etliche andere Angebote. Sehr beliebt im Triglav-Nationalpark sind beispielsweise Mountainbike-Touren oder Wildwasserpaddeln. Die Flüsse Soča und Koritnica sind die beiden Hauptanziehungspunkte für Wassersportler. Hier findest du auch einige herausfordernde Wildwasserstrecken.

In den umliegenden Ortschaften oder teilweise auch direkt auf den Campingplätzen kannst du dich ebenfalls über Ausflugsziele in der näheren Umgebung informieren – genau das haben wir auch gemacht und dabei einige echte Highlights entdeckt, die wir euch jetzt vorstellen möchten.

Geheimnisvolles Maljnk: Auf den Spuren slowenischer Geschichte

Besonders hervorheben möchte ich unsere Wanderung zu der alten italienischen Festungsanlage "Maljnk", ein Ort der mit einer Führung, oder wenn du auf eigene Faust unterwegs bist, auch mal allein besucht werden kann. Wenn du die Türe der Bunkeranlage findest und aufgeschoben bekommt, kannst auch einen Blick ins Innere riskieren.

Diese Tour und noch viele weitere der oben erwähntem kannst du direkt vom Camp Soča aus starten. Frag einfach im Camp nach und du bekommst einen Flyer mit verschiedenen kleineren und größeren Wandertouren. In diesem Zusammenhang möchten wir dir auch die Tour ins alte verfallene Bergdorf von "Lemovje" empfehlen und dir heute schon verraten, dass sich die Anstrengung lohnt. Oben auf dem Bergplateau angekommen, hast du einen fantastischen 360-Grad-Blick auf die umliegenden Berge und das Soča-Tal.

Abenteuerlustige Camper machen sich auf eigene Faust zur alten italienischen Bergfestung Maljnk auf.

Abenteuer am Vršič-Pass: In 49 Serpentinen zum Bleder See

Den Vršič-Pass, den höchsten Gebirgspass Sloweniens mit 1.611 Metern, mussten wir natürlich auch sehen. Die Pass-Straße hat es wirklich in sich – in 49 haarnadelartigen Serpentinen windet sie sich hoch ins Gebirge und wieder runter in Richtung Bleder See. Wenn du wie wir aus der Richtung des Triglav-Nationalparks (Westen) kommst, sollte ein Stopp in der ersten Kurve, der 49. Serpentine, nicht fehlen.

Hier geht es zur berühmten Quelle der Soča (Izvir Sočo). Am Ende der Straße gibt es einen kleinen Wanderparkplatz inklusive einer Einkehrmöglichkeit in den Sommermonaten. Von hier geht es stets bergauf in Richtung Bergmassiv. Das letzte Stück bis zur Quelle ist einspurig begehbar und über Steigeisen im Felsen zu erreichen. Aufgrund einer riesigen Schneelawine, die am Eingang der Quelle heruntergekommen war, blieb uns der Blick auf die Quelle leider verwehrt. Gutes Schuhwerk und Trittsicherheit sind hier definitiv empfehlenswert!

Ausblick vom Gipfel des Vršič-Pass. Ende April liegt noch Schnee in den Julischen Alpen.

Oben am Gipfel des Vršič-Pass erwarteten uns neben der atemberaubenden Aussicht auf das schneebedeckte Bergpanorama Schneeberge, die sich rechts und links von uns auftürmten. Auf dem Weg abwärts solltest du noch einen kurzen Stopp an der russischen Kapelle einplanen, die zur Erinnerung an russische Kriegsgefangene erbaut wurde. Diese sind beim Bau der Passstraße durch eine Lawine ums Leben gekommen. Nach so vielen Serpentinen lädt ein kleiner Stopp am Jasna See in Kranjska Gora ein. Jetzt sind es nur noch gut 40 km bis zum Bleder See.

Entspannte Tage am Bleder See

Hier haben wir uns für Camping Bled entschieden. Die Lage direkt am See mit Blick auf die Insel im Bleder See mit der Mariä-Himmelfahrtskirche, sowie auf die Burg von Bled ist einmalig. Ein netter Nebenaspekt ist, dass jeden Morgen frische Backwaren über einen fliegenden Händler direkt am Camper verkauft werden. Den Bleder See umrundest du ganz gemütlich bei einem Spaziergang von knapp sechs Kilometern oder erkundest ihn per Boot. Ein Abstecher hoch hinauf zur Burg kann natürlich auch mit eingebaut werden.

Die kleine Insel Blejski Otok im Bleder See ist vor allem für die hübsche Marienkirche bekannt. Im Hintergrund thront die Burg Bled hoch auf einem Felsen.

Wenn du in Bled bist, solltest du außerdem unbedingt die Vintgar-Klamm besuchen, die sich etwa 4 Kilometer nordwestlich in der Nähe von Gorje befindet. Die 1,6 Kilometer lange Felsenschlucht verläuft zwischen den steil aufragenden Wänden der Berge Hom und Boršt und ist mit ihren Stromschnellen und zahlreichen Wasserfällen ein wunderschöner Anblick.

In der Mostnica-Schlucht wieder in die Wanderschuhe

Nach einigen schönen Tagen in Bled, machten wir uns wieder auf den Weg. Zunächst ging es vorbei am idyllischen See von Bohinj, der deutlich ruhiger und weniger überlaufen ist, als der Bleder See. Anschließend ging es zurück in den Triglav-Nationalpark. Die nächste Wanderung stand auf dem Programm: Diesmal hat man uns die Mostnica Schlucht empfohlen und wir waren ein weiteres Mal begeistert von den Naturschönheiten Sloweniens.

Von einem Wanderparkplatz ging es über Wiesen und Felder an die Schlucht. Gegen eine kleine Eintrittsgebühr erhälst du einen Flyer und einige Tipps zum Verlauf der Wanderstrecke. Empfehlenswert ist hier, beide Seiten der Schlucht über einen Rundkurs zu bestaunen. Wer noch nicht genug von der Natur bekommen kann, kann die Wandertour auch noch um das Voje-Tal und eine Einkehrmöglichkeit (Slap Voje) direkt beim Wasserfall der Mostnica-Schlucht erweitern. Diese Tour beläuft sich dann auf insgesamt etwa 11 Kilometer. Der Wanderweg ausschließlich durch die Mostnica-Schlucht hat eine Länge von gut 4 Kilometern hin und zurück.

In der Mostnica-Schlucht offenbaren sich Wanderern wildromantische Landschaften und tolle Ausblicke.

Nach der Mostnica-Schlucht war unsere Zeit im Triglav-Nationalpark leider auch schon zu Ende. Wir haben auf jeden Fall viele tolle Eindrücke gesammelt und hoffen, dass wir dir einige Anregungen für deine eigene Reiseplanung geben konnten.

Für Outdoor-Begeisterte und Camper ist Slowenien ein Traum und liegt praktisch vor der Haustüre… worauf wartest du also?

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Artikel von Selim Baykara

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