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Olé! Camping bei spanischen Festen

Der Spanier liebt seine Fiestas. Sage und schreibe 25.000 Feste soll Spanien sein Eigen nennen. Kein Wunder, zelebriert doch jedes noch so kleine Dorf seinen ganz persönlichen Schutzheiligen mit Gesang, Tanz, Umzügen und ausschweifendem Festgelage.

Auch die kulinarischen Erzeugnisse der Regionen stehen ganz weit oben auf der Liste spanischer Feste. Besonders gern werden die lukullischen Spezialitäten dabei durch die Luft geschleudert und laut jauchzend auf Kopf und Kleidung der Mitfeiernden verteilt. Die traditionellen Festtage der katholischen Kirche feiert man in Spanien natürlich auch etwas spektakulärer als in den Nachbarländern. Von lustigen Zipfelmützen bis hin zu Süßigkeiten verteilenden Königen – die Spanier wissen, wie man Religion ansprechend verpackt.

Auf der anderen Seite sorgen archaische Überbleibsel wie das berühmte Stierrennen von Pamplona und die in Galicien beliebte Rapa das Bastas, bei der verwilderte Pferde zum Markieren in die Täler getrieben werden, seit vielen Jahrzehnten für heiße Diskussionen zwischen Spaniern und dem Rest der Welt. Wir widmen uns lieber fröhlicheren Traditionen. Ein Blick in den Veranstaltungskalender verrät: Auch dieses Jahr wird in Spanien wieder bunt gefeiert.

Fallas de San José (19. März)

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Wer den Frühlingsbeginn angemessen feiern möchte, tut dies am besten in Valencia. Riesige, teils mehrere Stockwerke hohe Figuren werden für dieses spanische Fest über Monate hinweg in schweißtreibender Kleinstarbeit aus Pappmaché und anderen brennbaren Materialien gefertigt, nur um zu Ehren des heiligen Josefs in Brand gesteckt zu werden.

Bevor sie, begleitet von einem spektakulären Feuerwerk, in Flammen aufgehen, können Besucher die Fallas genannten Skulpturen aber noch mehrere Tage lang aus nächster Nähe bewundern und über ihre meist karikaturistischen, sozial-politischen Bedeutungen schmunzeln.

Campingplatz-Tipp:

Camping Devesa Gardens Resort – Eigener Streichelzoo und nur ein Katzensprung zum Golfplatz.

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Hogueras de San Juan (24. Juni)

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Auch bei diesem spanischen Fest steht ein Schutzpatron im Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Diesem wird mit riesigen Freudenfreuern und pyrotechnischen Darbietungen gehuldigt. Während die Flammen ursprünglich mit Gerümpel, alten Möbeln und Abfallhaufen gefüttert wurden, werden heute, ähnlich wie bei den Fallas, Figuren aus Holz und Pappmaché dem lodernden Feuer preisgegeben.

Erst wenn alle 88 Hogueras lichterloh brennen, beginnt der eigentliche Spaß. Nun muss jeder Teilnehmer sieben Mal um die Feuer herumspringen und anschließend ins Wasser flüchten. Straßenmusik, Umzüge und gutes Essen machen die Festlichkeiten komplett. Höhepunkt ist die Ernennung der Belleza del Fuego, der sogenannten Schönheit des Feuers.

Campingplatz-Tipp:

La Marina Camping & Resort – Die tropische Badelandschaft versetzt (nicht nur) Kinder ins Staunen.

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Foto: La Marina Camping & Resort

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Moros y Cristianos (April)

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Die sogenannten Mauren- und Christen-Feste werden in ganz Spanien veranstaltet. Das berühmteste davon findet in Alcoy statt, wo man dem heiligen Georg gedenkt, der den Spaniern der Legende nach im Kampf gegen die Eindringlinge zu Hilfe eilte. Andere sehenswerte Feste werden im spanischen Villena und in einigen Vierteln Alicantes veranstaltet.

Bei imposanten Umzügen füllen Teilnehmer in kostspieligen Kostümen mit Pelz-, Feder- und Goldschmuck die Straßen der Stadt. In den Orten Villajoyosa und El Campello werden die Landungen der Mauren sogar mit Schiffen nachgespielt. Dazu gesellen sich Paso-Doble-Darbietungen berühmter Musiker und ganze Horden begeisterter Zuschauer.

Campingplatz-Tipp:

Marjal Resorts Costa Blanca – Vom Aquapark über Physiotherapie bis hin zu Heißluftballonfahrten gibt’s hier alles.

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Foto: Marjal Resorts Costa Blanca

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Carnaval (Februar)

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Nicht nur Köln weiß, wie man Karneval feiert. Auch das andalusische Cádiz hat sich mit seinem Carnaval unter den Festen Spaniens einen Namen gemacht. Im Mittelpunkt steht der beliebte Chirigotas-Wettbewerb, bei dem mehr als 100 Gruppen im Falla-Theater ihre Kritik an aktuellen Ereignissen in scherzhafter Liederform vortragen. Doch aufgepasst: Wer ohne Kostüm anreist, muss leider draußen bleiben.

Auch Puerto de la Cruz auf Teneriffa hat den Februar zum Lieblingsmonat erklärt. Prunkvolle Straßenumzüge im brasilianischen Stil, Musik, Tanz und aufwendige Kostüme, die oft mehrere Monate bis zu ihrer Fertigstellung benötigen, prägen bei diesem spanischen Fest das Stadtbild. Den Abschluss bildet die jährliche Krönung der Karnevalskönigin.

Campingplatz-Tipp:

Camping La Rosaleda – ADAC Tipp in besonders schöner Lage; nur wenige Meter bis zum herrlichen Sandstrand.

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Foto: Camping La Rosaleda

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Semana Santa (Karwoche)

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Nicht ganz so heiter gestalten sich Spaniens Feste in der Semana Santa, welche vor allem in Andalusien und Valencia eine große Tradition hat. Büßer mit langen Gewändern, Masken und spitzen Hauben, die eine gewisse Ähnlichkeit mit den Verkleidungen des Ku-Klux-Klan aufweisen, ziehen in langen Prozessionen durch die Straßen und sorgen bei unvorbereiteten Besuchern für kalte Schauer.

Im Mittelpunkt stehen zwei prunkvoll geschmückte Pasos, auf denen sich eine Muttergottes-Statue und ein Kreuz befinden. Diese werden in Andenken an den Leidensweg Jesu durch die Straßen der Stadt getragen. Besonders groß wird das Ereignis im andalusischen Cuenca gefeiert, wo jede Bruderschaft ihren eigenen Umzug organisiert und von der jeweiligen Gemeindekirche zur Plaza Mayor mit seiner imposanten Kathedrale pilgert.

Campingplatz-Tipp:

Camping Cuenca – Günstiger Campingplatz mit umfangreichem Angebot für Kids.

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Feria de Abril (April oder Mai)

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Trotz des Namens findet die Feria de Abril in manchen Jahren erst Anfang Mai statt. Dies liegt daran, dass man nach der Semana Santa zur Sicherheit doch lieber zwei Wochen wartet, bevor wieder ausgelassen gefeiert wird. Ursprünglich als Viehmarkt gegründet, gilt Sevillas berühmter Jahrmarkt mittlerweile als eines der wichtigsten Feste Spaniens.

Mit Verkaufsständen lokaler Organisationen und Verbände, Fahrgeschäften, Musik, Tanz und dem obligatorischen Stierkampf feiert man die Ankunft des Frühlings hier besonders ausgelassen. Die Frauen schmeißen sich in farbenfrohe Flamenco-Kleider, die Männer holen ihre traditionellen Trachten und Reitanzüge aus dem Schrank. Eingeläutet wird das Ganze mit der Alumbrado, der Hellerleuchteten, bei der mehr als 22.000 Glühbirnen die Nacht zum Strahlen bringen.

Campingplatz-Tipp:

Yelloh! Village Doñarrayan Park – Großzügige Stellplätze mit mindestens 100 m² Fläche laden auch zu längeren Aufenthalten ein.

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Foto: Yelloh! Village Doñarrayan Park

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Tomatina (letzter Mittwoch im August)

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Am Mittwoch der letzten Augustwoche färben sich die Straßen der katalanischen Kleinstadt Buñol tiefrot. Wer jetzt an ein blutiges Massaker denkt oder gruselige Stierkampf-Szenen vor Augen hat, könnte falscher nicht liegen. Große LKWs kippen tonnenweise überreife Tomaten auf den Asphalt. Dann geht der Spaß los.

Eine Stunde lang dauert die ausgelassene Schlacht, zu der jährlich mehrere Zehntausend Besucher aus aller Welt strömen. Doch auch andere Höhepunkte wie das Schinkenstürmen, bei dem erwachsene Männer einen etwa 7 m hohen, eingewachsten Baumstamm hinaufklettern, nur um an den Speck zu gelangen, solltest du dir nicht entgehen lassen. Ausnahmsweise steht bei diesem spanischen Fest mal kein Heiliger im Mittelpunkt. Hier geht es den Veranstaltern rein um den Spaß an der Freude.

Campingplatz-Tipp:

Camping Kiko Park Rural – Fantastische Lage direkt an einem Stausee, in dem du auch schwimmen darfst.

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Text von Corinne Hilbert

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