Reiseziele

Camping am Schaalsee: Perfektes Urlaubsziel für Naturfreunde

Wasser, überall Wasser: Deutschland mangelt es sich nicht an schönen Gewässern. Die Schätzungen reichen allein bei Seen mit mindesten einem Hektar von 12.000 bis 30.000, die sich über das gesamte Gebiet der Bundesrepublik verteilen. Dabei sind einige Bundesländer seenreicher als andere, allen voran Mecklenburg-Vorpommern. Das nördliche Bundesland kommt aufmehr als 2.000 Seen – und ein halben.

Moment, ein halber See?! Auch wenn diese Zählweise nicht ganz ernst gemeint ist, gehört ein bekanntes Gewässer zu gleich zwei Bundesländern: Denn genau auf der Grenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein liegt der Schaalsee. Und das ist nicht seine einzige Besonderheit. Er gehört mit etwa 72 Metern zu den tiefsten deutschen Seen und wurde 2019 als lebendiger See des Jahres ausgezeichnet, denn seine Ufer sind Heimat einer bunten Flora und Fauna.

Der Schaalsee – eine kleine Historie

"Geboren" wurde der Schaalsee in der letzten Eiszeit, als riesige Gletscher noch weit ins Land hineinragten. Von diesen taute Schmelzwasser ab. Das Wasser hatte solch eine Kraft, dass es den Boden quasi aushöhlte. Eine dieser Stellen füllte sich nach und nach mit Wasser – und der Schaalsee war entstanden. Dieser Naturgewalt verdankt der See seine Tiefen von teilweise über 70 Metern.

Nicht nur die Natur, sondern auch der Mensch hatte seinen Anteil an der Entwicklung des Gewässers: Den Namen bekam der Schaalsee nämlich von den Slawen, die etwa bis zum 11. Jahrhundert seine Ufer besiedelten. Sie nannten ihn "Scaalsee", was rückblickend in Fels- oder Steinsee übersetzen lässt, wie Sprachwissenschaftlicher herausfanden. Der Name blieb – in anderer Schreibweise – bis heute erhalten.

Das dicht bewaldete Ufer lockte im 15. Jahrhundert Holzfäller an, die das gerodete Holz auf dem Wasser bis nach Lüneburg flößten. Nach und nach lichteten sich die dichten Wälder, die weite Landschaft rund um den Schaalsee veränderte sich hin zum heutigen Bild: einer Kulturlandschaften mit Feuchtwiesen, Kleingewässern, Hecken und Alleen.

Zu Zeiten der DDR verlief durch den Schaalsee über die innerdeutsche Grenze, mit dem Fall der Mauer verschwand auch diese Grenze. Flora und Fauna konnten sich hier ungestört entwickeln. Heute liegt der See zwar in zwei Bundesländern, doch diese Trennung ist lediglich geografisch. Den Bewohnern ist daran gelegen, ihren See bestmöglich zu schützen und zu erhalten. Dazu ziehen alle an einem Strang.

Heutzutage ist Schaalsee zumindest offiziell geschützt; seit 2000 ist er als internationales UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt. Dazu zählt neben dem Schaalsee das umliegende Gebiet, insgesamt sind somit etwa 310 Quadratkilometer unter Schutz gestellt. Wer mehr erfahren möchte, besucht in Zarrentin im Süden des Sees das Pahlhuus, das Infozentrum des UNESCO-Biosphärenreservates Schaalsee.

Natur satt

Die üppige Landschaft rund um den großen See lässt sich perfekt zu Fuß oder auf dem Fahrrad erkunden. Insgesamt winden sich etwa 150 Kilometer Wander- und Radwege durch das satte Grün. Schöne Ziele sind die vielen Aussichtspunkte, wie etwa der Aussichtsturm in Dargow in der Nähe des Schaalseehofs. Von hier aus hat man einen atemberaubenden Blick auf den dunkelblauen See.

Wenn der See in den warmen Monaten einladend glitzert, gibt es kein Halten mehr. Kopfüber kann man sich in die blauen Fluten stürzen. Abkühlung ist hier garantiert, denn durch seine Tiefe ist der Schaalsee etwas kälter als andere Badeseen. Durch seinen Schutzstatus kann man sich nicht überall im Wasser baden, aber fast jeder Ort am See hat seine eigene Badestelle. Eine der schönsten liegt im Süden in Zarrentin. In diesem kleinen Freibad gibt es eine Rutsche, eine Badeinsel sowie gut gepflegte Sanitäranlagen. Gerade für die Kleinen ist diese Badestelle ideal, da der See hier zu Beginn ganz flach ist und die Badestelle einen großen Spielplatz zum Toben bietet.

Wer sich wieder aufwärmen möchte, kann dies bei einer kleinen Bootstour auf dem See machen, denn in Zarrentin gibt es den Seepavillon Bootsverleih. Hier kann man Tretboote mieten und sich danach bei einem leckeren Essen stärken. Vor der Abfahrt sollte man sich unbedingt erkundigen, wo und wann man fahren darf, schließlich gibt es aus Naturschutzgründen einige Regeln zu beachten.

Und das ist auch gut so, denn am Schaalsee gibt es so einige Tiere und Pflanzen, die ungestört leben und gedeihen wollen. Diesen Artenreichtum ermöglicht die prächtige Landschaft, denn durch die zahlreichen Moore, Sümpfe, Feuchtwiesen, Wälder und Grünlandbereiche haben vielerlei Arten einen idealen Lebensraum. Zu den einheimischen Tieren gehören etwa der Seeadler, Kraniche, Seeotter, Biber, Hirsche und Dutzende von Amphibien, Insekten und Kleinsäugern. Bei so viel Leben bieten sich geführte Touren und Ausflüge an, wie sie etwa das Biosphärenreservat Schaalsee-Elbe in Zarrantin anbietet, um auch wirklich alles zu entdecken.

Camping am Schaalsee? Aber gerne!

Um das Naturerlebnis in vollen Zügen zu genießen, ist es großartig, wenn du einige Tage vor Ort sein kannst. Dazu bietet es sich an, in der Nähe zu campen, um dann mit dem Rad oder zu Fuß die schöne Landschaft zu erkunden. Unter anderem stehen die folgenden drei Campingplätze zur Wahl, um sich dem vollen Urlaubsgenuss hinzugegeben:

Campingplatz Lütauer See

schaalsee-campingplatz-luetauer-see.png

Ganzjährig geöffnet ist der gemütliche und ruhige Campingplatz am kleinen Badesee, der etwa 90 Standplätze für Urlauber bietet. Wer sich entspannen möchte, ist hier genau richtig, denn direkt am See liegt ein breiter geneigter Sandstrand mit Liegewiese. Hier lässt es sich perfekt sonnen, während die Kinder im See oder auf dem Spielplatz toben. Von hier aus sind es zu Fuß und mit dem Rad etwa 18 Kilometer zu den Ufern des Schaalsees, mit dem Auto braucht man etwa 25 Minuten bis nach Zarrentin.

Zum Campingplatz

Naturcamping Buchholz

schaalsee-naturcamping-buchholz.png

Am benachbarten Ratzeburger See liegt dieser Campingplatz, der seine Pforten von April bis Ende September für Urlauber öffnet. Hier kann man sich sowohl mit Zelt als auch mit Wohnmobil niederlassen und die Tage zwischen den Bäumen und Büschen direkt am Wasser verbringen. Der Vorteil: Hunde dürfen mit und du selbst kannst dich sogar über WLAN freuen. Wenn du dich doch mal vom Smartphone lösen kannst, dauert es etwa 30 Minuten mit dem Auto, bis du am Schaalsee ankommst.

Zum Campingplatz

Campingplatz Schwalkenberg

schaalsee-campingplatz-schwalkenberg.png

Wie im Wald fühlt man sich auf diesem Campingplatz, der mit viel Grün, Bäumen und Büschen aufwarten kann. Direkt am Ufer des Ratzeburger Sees kann man sich hier perfekt von März bis Ende Oktober entspannen. Wer möchte, kann sich ein Boot leihen oder auf einer der sandigen Liegewiesen die Nähe zum Wasser genießen. Zum Schaalsee braucht man mit dem Auto etwa 30 Minuten, mit dem Fahrrad sind es etwa 25 Kilometer.

Zum Campingplatz

Artikel von Kia Korsten

Weitere Artikel in Reiseziele