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5 Wanderweg-Marken auf der Schwäbischen Alb, die (noch) nicht jeder kennt

Eines der schönsten Dinge an der Schwäbischen Alb ist ihre Vielseitigkeit. An einem Ort angekommen, findest du im Umkreis ein Erlebnis- und Wanderpotenzial für mehrere Wochen vor. Dabei gibt es allerdings auch Orte, die jeder kennt und die du an einem schönen Sonntag meiden solltest, es sei denn du magst große Menschenmassen. Wir haben dir 5 Netze herausgesucht, bei denen für jeden etwas dabei ist. Es sind Premium-Wanderwege, Qualitätswege und Premium-Spazierwege auf der Schwäbischen Alb und am Rande. Alle Wege sind entweder vom Deutschen Wanderinstitut oder vom Deutschen Wanderverband zertifiziert und geprüft.

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Was hat es mit den verschiedenen Zertifizierungen auf sich?

Du wirst immer wieder auf die Bezeichnungen Premium-Wanderweg und Qualitätsweg Wanderbares Deutschland stoßen. Beide haben ein Logo, welches an den Wegweisern zu sehen ist. Beide stehen für einen Top-Wanderweg, bei welchem die Markierung stimmt, du also ohne Karte wandern kannst, welche sehr wenige bis keine Passagen auf geteerten Wegen haben und welche dir eine ordentliche Portion Abwechslung bieten. Du kannst dich auf jeden Fall darauf verlassen, dass die Wege in beide Richtungen begehbar, also ausgeschildert sind. Die Wege haben am Start eine Tafel mit der Erklärung des Weges und eine Karte stehen. Du kannst gut parken und zu den Touren auch GPX-Tracks (Beschreibungen des Streckenverlaufs) auf den jeweiligen Websites herunterladen.

5 Wanderweg-Marken in der Schwäbischen Alb

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>>hochgehberge<<

Die Wege dieser Wandermarke sind verteilt in der Region Mitte Alb, am Albtrauf und im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Sie sind auch die neueste Marke, die die Schwäbische Alb zu bieten hat. „Hoch gehen um runter zu kommen“ ist das Motto der 22 unterschiedlich langen Wanderwege, von denen sechs bereits zertifiziert wurden. 13 Wege mit einem „hochgeh…“ im Namen, der Sonnenbühler Grenzgängerweg, die Grafensteige und der Gustav-Ströhmfeld-Weg ergeben zusammen die Wandermarke der >>hochgehberge<<. Der >>hochgehütet<< ist ein Premium-Spazierwanderweg am Beutenlay, dem 800 m hohen Hausberg von Münsingen. Er ist nur 4 km lang und zeigt die Natur der Schwäbischen Alb, wie sie vor Jahren noch aussah, als die Felder nicht mit Maschinen bewirtschaftet wurden. Man kann die berühmte Wacholderheide, Hecken und Hutewälder sehen und nach einem kurzen heftigen Aufstieg einen großartigen und stillen Ausblick genießen. Der Campingplatz Hofgut Hopfenburg eignet sich prima als Ausgangpunkt für den Wanderweg >>hochgehütet<<.

Weitere Wege sind der >>hochgehkeltert<< und >>hochgehfestigt<< zwischen Beuren und Neuffen, der >>hochgehbürzelt<< und der >>hochgehswiggert<< bei Gundelfingen sowie der >>hochgehkämpft<< bei Pfullingen.

Traufgänge

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Zehn Premium-Wanderwege unter der Marke Traufgänge hat die Region um Albstadt zu bieten. Zwei Wege sind ausschließlich im Winter bei geschlossener Schneedecke begehbar, ein ganz neuer Familienwanderweg mit dem Namen Hexenküche begeistert auch die Kleinen vom Wandern und die sieben weiteren Wege laden mit Längen zwischen 9 und 17 Kilometern zum Wandern auf der Schwäbischen Alb ein. Ein besonders schöner Weg ist die Hossinger Leiter und auch die dazugehörende Geschichte ist beeindruckend. Zu früherer Zeit waren einfach am Felsen lehnende Holzleitern die einzige Verbindung, die die Bürger von Hossingen, welches auf der Albhochfläche liegt, mit der im Tal fahrenden Zollernalbbahn hatten. Um zur Arbeit zu kommen, stiegen sie also am Morgen hinab und am Abend wieder hinauf. Ungefährlich war das definitiv nicht. Seit 1899 sind die Holzleitern durch eine Stahlleiter ersetzt und diese wird jetzt vermutlich nur noch von Wanderern genutzt. Ein weiteres Highlight ist die Aussicht vom Albtrauf des 915 m hohen Gräbelesberges hinab ins Tal.

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Weitere Wege sind zum Beispiel die Zollernburg-Panorama Runde, die Wiesenrunde und der Felsenmeersteig. Der Campingplatz Sonnencamping Albstadt ist unweit des Startpunktes.

Löwenpfade

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Seit 2018 sind die Löwenpfade in aller Munde, denn die Felsenrunde wurde als schönster Wanderweg Deutschlands nominiert. Am Ende belegte er den zweiten Platz. Doch was viele nicht wissen, ist dass die Region um Göppingen noch 14 weitere Qualitätswanderwege unter der Marke Löwenpfade ausgeschildert hat. Die 15 Wanderwege sind zwischen 3 und 17 Kilometer lang, sie bieten Kultur und Ruhe, etwas für Familien und für Sportler, für Abenteurer und Naturliebhaber. Besonders toll sind die drei Heilbäder der Region, die zum Entspannen nach der Wanderung einladen. Gemütlich saunieren und im warmen Thermalbad planschen kann man zum Beispiel in Bad Überkingen. Die Felsenrunde ist ebenfalls in Bad Überkingen, 13 km lang und wartet mit 427 Höhenmetern auf. Entlang der Hausener Wand mit Blick in das Filstal gibt es immer wieder Orte zum Verweilen und Genießen. Das Besondere an den Löwenpfaden ist, dass es zu jedem Weg eine Geschichte oder Sage gibt. Bei der Felsenrunde kommt man am Jungfrauenfels vorbei, wo sich einst eine schöne Jungfrau auf der Flucht vor einem Jäger hinuntergestürzt haben soll. Auf magische Weise überlebte sie diesen Sturz, wobei sie vielleicht von einem Alblöwen aufgefangen wurde. Weitere Wege sind unter anderem der Orchideenpfad, der Filstalgucker, der Ave-Weg und die Wasserberg-Runde.

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Ganz in der Nähe liegt der Campingplatz Schurrenhof.

Albschäferweg

2011 wurde der Albschäferweg angelegt, 2013 vom Deutschen Wanderverband als Qualitätsweg zertifiziert und 2018 bereits rezertifiziert. Themen sind natürlich die Schäferei auf der Schwäbischen Alb und zusätzlich die unwahrscheinlich vielen Sehenswürdigkeiten der Region um Heidenheim auf der Ostalb. Der Albschäferweg ist ein Rundweg mit einer Länge von 158 Kilometern, der auf 10 Etappen aufgeteilt ist. Zusätzlich gibt es Zeitspuren: kurze Rundwanderwege, die Schlaufen an die Hauptroute bilden. Diese Zeitspuren sind 5,4 bis 21 km lang und haben immer ein bestimmtes Thema. Der 9km lange Höhlengang ein Beispiel für eine solche Zeitspur. Am besten startet man vom Lonetalwanderparkplatz zwischen Bissingen und Stetten. Von dort führt ein Zuweg am Archäopark Vogelherd vorbei zur Zeitspur. Ab da taucht man ein in die Steinzeit und die Höhlenwelt der Schwäbischen Alb. Weitere Zeitspuren sind neben anderen der Meteorkrater-Rundwanderweg, die Brenzquellrunde und der Brenztalblick.

Ein Campingplatz in der Nähe ist der AZUR Campingpark Ellwangen a. d. Jagst.

Früchtetrauf

Der Landkreis Tübingen wartet ebenso mit drei Premium-Wanderwegen und fünf Premium-Spazierwegen auf die Wanderer. Die Wanderwege liegen zwischen dem Albtrauf, dem Neckar und dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Baden-Württembergs, dem Schönbuch. Bereits der Name der Wege stellt eine Verbindung her zwischen den Streuobstwiesen und dem Albtrauf. Der vermutlich bekannteste Früchtetrauf Wanderweg ist der Dreifürstensteig bei Mössingen mit seinen 13,3 km Länge und 568 Höhenmetern. Dieser Wanderweg bietet einen großartigen Ausblick vom 854 m hohen Dreifürstenstein und führt an einem bedeutenden nationalen Geotop, dem Bergrutsch von Mössingen, vorbei. 1983 rutschten hier Erdmassen in die Tiefe und verlagerten den Albtrauf um 32 Meter weiter zurück.

Weitere Wanderwege sind zum Beispiel die Schönbuchspitzrunde, das Mössinger Leisawegle und das Hirschauer Spitzbergwegle. Der Campingplatz Neckarcamping Tübingen dient als prima Basis für die Touren.

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Nun hast du einen großen Überblick über die Wanderwege auf der Schwäbischen Alb. Also nichts wie los, Wanderschuhe packen und raus in die Natur. Es muss nicht immer der Schwarzwald oder die Alpen sein, du wirst überrascht sein, welche Vielfältigkeit die Schwäbische Alb zu bieten hat.

Alle Campingplätze sehen

Zur Autorin: Als Reingeschmeckte auf der Schwäbischen Alb ist Susi Reiser seit kurzem bestens unterstützt durch ihren Mann Frank - einem gebürtigen Schwabe. Zusammen stellen sie „ihr“ Ländle im Podcast auf heimat-verliebt.de vor. Beide sind zertifizierte Wanderführer und wenn sie nicht zu Fuß unterwegs sind, dann erkunden sie mit ihrem Bussle die Schwäbische Alb immer auf der Suche nach neuen Ideen für ihren Podcast.

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