Camper Stories

Weihnachten auf dem Campingplatz in Andalusien

Warum Weihnachten auf dem Campingplatz und nicht im Kreise der erweiterten Familie zuhause? Nun, das Wetter im Ruhrgebiet hat leider die Angewohnheit, zu Weihnachten gern mal auf 15°C und Regen zu stellen. Das ist nicht schön für die Kinder, die sich doch so eine weiße Weihnacht wünschen und ebenfalls überhaupt nicht der Hit für die Stimmung der Eltern. Die Alternativen? Weihnachtsurlaub da, wo garantiert Schnee liegt. Nun sind wir aber von Haus aus keine Skifahrer und haben derzeit auch kein Fahrzeug, in dem es sich bei winterlichen Verhältnissen zu viert gut aushalten ließe. Oder: die Flucht gen Süden, in die Sonne. So hoffen wir. Mal was ganz anderes. Nur wir Vier. Weihnachten in völlig unbekannter Umgebung. Silvester am Strand. Abenteuer!

Gesagt getan – Auf ging es nach Malaga!

Dort landeten wir am Morgen des 21. Dezember und hatten somit noch einige Tage Zeit vor Weihnachten, um uns zu akklimatisieren. Wir waren bei strömendem Regen und 6°C in Deutschland gestartet, während uns in Andalusien nun 18°C bei strahlendem Sonnenschein erwartete. Wobei die gefühlte Temperatur in der Sonne natürlich deutlich darüber lag. Obwohl wir eine Rundreise im Mietcamper geplant hatten, war es unser Wunsch, über die Weihnachtsfeiertage „länger“ auf einem Campingplatz zu verbleiben, um ein wenig Ruhe und Entspannung zu finden. Außerdem sollte es ein Campingplatz möglichst direkt am Strand sein mit Einkaufsmöglichkeiten, die fußläufig erreichbar sind.

Beim Frühstück am 23.12. tagte also der Familienrat und wir durchsuchten PINCAMP nach einem Platz, der zu unserem Vorhaben passen könnte und der auf unserer grundsätzlichen Route Richtung Valencia lag. Fündig wurden wir beim Camping Playa de Mazarrón in der Region Murcia. Laut Beschreibung direkter Zugang zum großzügigen Strand, Restaurants, Supermarkt in unmittelbarer Nähe und gute Bewertungen. Am späten Nachmittag erreichten wir den Campingplatz und waren ein wenig erstaunt, dass es gerade mal eine Handvoll freier Parzellen gab, obwohl der Platz mehr als 450 davon hat und somit zu den Großen an der Küste zählt.

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Was lernen wir daraus? Für uns mag es vielleicht das erste Weihnachten in Spanien gewesen sein; es gibt aber offensichtlich eine ziemlich hohe Zahl von Deutschen, Schweden, Franzosen, Schweizern, Engländern und anderen Nationen, die nicht nur das Fest der Liebe, sondern den gesamten Winter im angenehmen Klima des Südens verbringen. Für die waren wir mit unserem kleinen Mietcamper so etwas wie die putzigen Exoten und manche fragten sich bestimmt, wie wir das mit den 2 Kids so stemmen.

Zugegebenermaßen bedeutet die Tour mit einem Campervan von gerade mal 4,97m Länge schon einige Wühlerei und Umbauarbeit am Morgen und Abend. Auf der anderen Seite kommt man aber überall dort hin, wo es auch ein PKW hin schafft (außer ins Parkhaus) und findet auch in größeren Städten recht einfach einen Parkplatz.

Nun aber zurück zum Camping Playa de Mazarrón. Der Platz war wie gesagt sehr voll und die Parzellen auch nicht allzu großzügig, so dass wir froh waren, auf einer Ecke untergekommen zu sein, die sogar Meerblick bot.

Wie haben wir denn nun den Heiligabend verbracht?

Sehr ungewöhnlich und völlig anders, als wir es aus der Heimat gewohnt sind. Zunächst muss ich fairerweise sagen, dass bei 18°C im Schatten, strahlendem Sonnenschein und einem Sandstrand vor der Campertür einfach nicht wirklich Weihnachtsgefühle aufkommen wollen. Obgleich viele Dauercamper ihre Fahrzeuge geschmückt hatten und sogar ein vom Platz organisierter Weihnachtsmann auf einem Anhänger über die Anlage gefahren wurde und Geschenke verteilte, was total nett war. Es gab verschiedene Flaschen Wein und Naschereien für Groß und Klein. Nach gemütlichem Frühstück machten wir einen ausgiebigen Spaziergang am Wasser entlang, der seinen Höhepunkt bei einem Glas Sangria an einer Strandbar fand. Olé! Am Nachmittag – wer hätte das gedacht – zeigten die Kinder viel Willen und Mut und stürzten sich tatsächlich in die Fluten des Mittelmeeres!

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Eine klassische Bescherung gab es aufgrund der Anreise per Flugzeug nicht; außerdem war der gesamte 14-tägige Urlaub natürlich ein gesammeltes Familiengeschenk. Ebenso hatten wir nicht den Anspruch, ein irres Weihnachtsmenü zu zaubern auf unserem 2-Flammen-Gasherd. Stattdessen gab es Fusilli Tricolor á la Mama mit Thunfisch und Artischocken, dazu leckeren Rotwein aus der Region (und Limonade für die Kids). Es waren also viele Sachen an diesem Heiligabend ganz anders als gewohnt. Uns gefiel es besonders gut, den Kindern Erlebnisse zu schenken, statt das nächste x-beliebige Plastikspielzeug. Die totale Andersartigkeit dieses Tages sorgte auch dafür, dass es die Kids nicht „besser“ oder „schlechter“ als zuhause fanden. Vermutlich werden sie erst im Nachhinein realisieren, was ihre Eltern sich da ausgedacht hatten.

Bewegung statt Weihnachtsstillstand

Auch der erste Weihnachtsfeiertag erinnerte eher an einen Sommerurlaubstag als an den gewohnten „Heiligabend-Kater“. Wir starteten entspannt in den Tag, machten einen weiteren Spaziergang; diesmal zu einer 26m hohen felsigen Halbinsel, die wir gemeinsam erkletterten. Die fantastische Aussicht und das wiederum perfekte Wetter warfen durchaus die Frage auf: warum Weihnachten nicht immer so? Der größte Widerspruch zu dieser Überlegung kommt sicher unter dem Stichwort Familie. Die Kinder lieben es, Weihnachten mit Omas, Opas, Uroma, Tanten, Onkeln, Cousins und Cousinen zu verbringen und vor dem Tannenbaum auf die Geschenke zu warten.

Und nächstes Weihnachten?

So beantworten wir die Frage, ob wir Weihnachten noch einmal mit dem Camper im Süden verbringen würden, mit einem klaren: Ja, aber…vielleicht nicht direkt im nächsten Jahr, da uns das Zusammensein mit der erweiterten Familie auch sehr am Herzen liegt. Es wäre natürlich ein Traum, den Rest der Familie einfach mit in den Süden zu nehmen. Leider steht dem aber die Flugangst des Opas und eine 94-jährige Uroma entgegen. So liegt die Lösung vermutlich wie so oft im Leben in einer gesunden Mischung und in der Abwechslung. Vielleicht berichten wir Euch ja in den kommenden Jahren sogar vom Winter-Weihnachtscamping im Tiefschnee?

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Wenn auch du der Kälte entfliehen möchtest, findest du hier Campingplätze in Andalusien zum Überwintern.

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Zum Autor: Thorsten Heuel alias Dr. Camp begeistert mit seinem Blog über Familien- und Business Camping. Authentisch und leidenschaftlich berichtet er über das Campen mit seiner Familie und über die Kombination aus Hobby und Beruf. Dr. Camp nimmt euch mit auf seine spannenden Reisen und gibt wertvolle Tipps!

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